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Stabile Förderung für die Vielfalt am Standort: FFF Bayern Jahresbilanz 2023

Der FFF Bayern hat im Jahr 2023 Projekte in einer Gesamthöhe von 42,3 Mio. Euro empfohlen – das sind 1,2 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. In der Summe enthalten sind Finanzierungsmittel des Bayerischen Bankenfonds in Höhe von rund 840.000 Euro. Die Förderung ist stabil geblieben, in den Bereichen internationale Kinoproduktion, Verleih und Kinoinvestitionen sind die Gesamtfördersummen höher als im Vorjahr. Bei allen Titeln der TOP 6 der deutschen Kinofilme und bei der TOP 9 an der Kinokasse ist der FFF Bayern als Förderer beteiligt gewesen, bei zweien als alleiniger Länderförderer. Die Produktionsfirmen aller sieben Projekte sitzen in Bayern: Leonine Studios, Constantin Film, Neuesuper und Megaherz. Sowohl bei der Top 1 nach Umsatz als auch bei der Top 1 nach Besuchszahlen ist der FFF Bayern Hauptländerförderer. Das Boxoffice des deutschen Films betrug im Jahr 2023 laut Comscore 139 Mio. Euro, FFF-geförderte Filme inklusive der internationalen Koproduktionen erreichten ein Boxoffice von mehr als 110 Mio. Euro. Mit rund 3,3 Mio. Euro unterstützte der FFF Bayern die Entwicklung und Herstellung von Games. Studios präsentierten ihre geförderten XR-Experiences in Venedig und Miami. Das Jahr bedeutete auch den Startschuss für das Praktikant*innen Incentive und das Gender Incentive im Rahmen der Filmförderung des FFF Bayern. Diese beiden Incentives sind bisher einmalig in der deutschen Filmförderlandschaft.

Fördersummen 2023 auf einen Blick

 

Produktion Kinofilme 13,3 Mio. Euro
Verleih und Vertrieb 3,15 Mio. Euro
Produktion Fernsehfilme und -serien 4,71 Mio. Euro
Internationale Filme und Serien 8,83 Mio. Euro
Produktion Nachwuchsfilme 2,08 Mio. Euro
Projektentwicklung Kino- und Fernsehfilme 0,53 Mio. Euro 
Stoffentwicklung Kinofilme und Serie 0,6 Mio. Euro
Extended Realities 0,52 Mio. Euro
Games 3,29 Mio. Euro
Kinos 2,92 Mio. Euro
Filmfestivals 1 Mio. Euro
Medienstandort 0,51 Mio. Euro
Bayerischer Bankenfonds 0,84 Mio. Euro

GESAMT 42.286.902 Euro

 

Gender - Fachkräfte - Green filming

Als Antwort auf die aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen hat der FFF Bayern 2023 als erste Länderförderung in Deutschland zwei neue Förderinstrumente eingeführt: Ein Gender Incentive und ein Praktikant*innen Incentive. Ebenfalls eingeführt hat der FFF Bayern die ökologischen Standards.

Gender Incentive

Im Jahr 2023 haben sich Produktionsfirmen von acht Projekten für ein Gender Incentive qualifiziert, das in die Entwicklung eines neuen Projekts eingebracht werden kann. Das Gender Incentive zielt darauf ab, nachhaltig und effektiv die Position von Frauen in der Filmbranche zu stärken. Für die Gender Incentives stellt der FFF Bayern jährlich bis zu 300.000 Euro zur Verfügung. Ausgelöst wird der Anspruch auf ein Gender Incentive in Höhe von bis zu 30.000 EUR durch ein Kino- oder Fernsehprojekt, das seit Juli 2023 in der Produktion gefördert wurde und bei dem bei Unterzeichnung des Fördervertrags nachweislich zwei der drei Positionen Produktion, Regie, Drehbuch weiblich besetzt sind.

Praktikant*innen Incentive

Bei sieben geförderten Projekten hat 2023 der Ausschuss Praktikant*innen Incentives in einer Gesamthöhe von 58.000 Euro bewilligt – dabei handelt es sich um eine limitierte Zuschuss-Förderung mit Pauschalbetrag für diejenigen Produktionen, die mindestens eine*n bezahlte*n Praktikant*in*en beschäftigen. Mit der Einführung dieses Incentives hat der FFF Bayern auf den Fachkräftemangel in der Branche reagiert. Pro Praktikant*innenmonat können die Antragstellenden jeweils 2.000 Euro pauschal erhalten sowie insgesamt bis zu 10.000 Euro pro Produktion – zusätzlich zum bewilligten Produktionsförderbetrag. Die Abwicklung erfolgt im Rahmen der Förderung eines regulären Projekts in der Filmproduktion. 500.000 Euro stehen für das Praktikant*innen Incentive insgesamt zur Verfügung.

 

Ökologische Standards

Im Jahr 2023 hat der FFF Bayern die Anwendung ökologischer Standards als Fördervoraussetzung eingeführt. Sie gelten für alle Produktionsstadien und für diejenigen Produktionsphasen, die in Deutschland realisiert werden. Im Rahmen des Filmfests München fand die von der BKM und dem FFF Bayern organisierte "2. Green Culture Konferenz – Audiovisuelle Medien in Bewegung" statt, in der die Teilnehmer*innen sich mit dem ökologischen Transformationsprozess in Film, Fernsehen, Streaming und Kino auseinandergesetzt haben. Die Ergebnisse dieser und zweier weiterer Green Culture Konferenzen fließen in die Arbeit der Green Culture Anlaufstelle ein, die von BKM gefördert wird und im Herbst 2023 offiziell gestartet ist. Diese begleitet die Kultur- und Medienbranche bei der Entwicklung von ökologischen und klimagerechten Betriebs- und Produktionsabläufen. 

 

Förderung Kinofilme

Das bewilligte Fördervolumen für den Kinofilm hat sich 2023 gegenüber 2022 erhöht. Diese Steigerung ergibt sich vor allem durch das FFF Förderprogramm für Internationale Koproduktionen: Hier hat der Vergabeausschuss 5 Mio. ausgereicht, das waren 2 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Die starbesetzten Projekte Return to Silent Hill, Morning und Cliffhanger 2 wurden in diesem Förderbereich unterstützt. Leicht erhöht hat sich auch das bewilligte Fördervolumen im Bereich Verleih und Vertrieb. FFF-geförderte Filme inkl. der internationalen Koproduktionen erzielten 2023 ein Boxoffice von 110 Mio. Euro. An sieben Filmen aus den Top 10 der deutschen Kinofilme ist der FFF Bayern beteiligt. Mit FFF Stoff- und Projektentwicklungsförderung entstehen für die große Leinwand Filme auch von neuen Stimmen, die die Vielfalt und Bandbreite des kreativen Schaffens am Standort Bayern repräsentieren.

Produktionen fürs Kino

Der FFF Bayern hat im vergangenen Jahr die Produktion von neuen Kinoprojekten mit insgesamt 13,3 Mio. Euro zur Förderung empfohlen. Zu den Projekten gehören der  Kinofilm Agnes und Amir (Nordpolaris) von Regisseurin Helena Hufnagel sowie Paul Feldmann und Malte Welding (Drehbuch) über einen schwulen Iraner und eine 101-Jährige, die zusammenziehen und einander damit das Leben retten, die Literaturverfilmung Stiller (Walker + Worm) von Autor Stefan Haupt und Regisseur Alex Buresch nach dem gleichnamigen Roman von Max Frisch, Der große Sommer (Windlight Pictures), die Verfilmung des gleichnamigen Coming-of-Age-Romans von Drehbuchautorin Ariane Schröder und Regisseur Marcus H. Rosenmüller, Leibniz (if...Productions) über den großen Denker der deutschsprachigen Aufklärung von Co-Autor Gert Heidenreich und Autor und Regisseur Edgar Reitz, Pferd am Stiel (Lieblingsfilm) über das Phänomen Hobby Horsing von Autorin Gerlind Becker und Regisseurin Sonja Kröner, Alter weißer Mann (Wiedemann & Berg Film) von Simon Verhoeven über den Versuch eines Mannes, sich von seiner wokesten Seite zu zeigen, die Komödie Hormone (die film) von Autorin Petra Fuchs und Regisseurin Laura Lehmus über die Gleichzeitigkeit von Pubertät und Wechseljahren innerhalb einer Familie, das Roadmovie Achtzig Plus (Tivoli Film Produktion) über die Reise einer 86-Jährigen und eines 70-Jährigen zur Sterbehilfe in die Schweiz von Sabine Hiebler und Gerhard Ertl, das Spin-off Chantal im Märchenland von Bora Dagtekin (Constantin Film), in dem Chantal in einer Märchenwelt unter anderem mit reaktionären Männerklischees aufräumt,The Girl from Köln, der erste Kinofilm der neuen Firma Alamode Filmproduktion mit Sitz in München, in dem Autor und Regisseur Ido Fluk über das von einer jungen Frau quasi im Alleingang organisierte Köln-Konzert von Keith Jarrett erzählt. Außerdem zur Förderung empfohlen hat der FFF Bayern Cotton Queen (maze pictures) von Suzannah Mirghani, ein Coming-of-Age- Drama über eine 15-Jährige, die um Selbstbestimmung kämpft – der erste Langfilm einer sudanesischen Regisseurin überhaupt. Philip Grönings Dokudrama The Logic of Power über einen Geheimdienstauftrag, der außer Kontrolle gerät, befindet sich ebenfalls unter den Empfehlungen so wie We eat this Gold (Mascha Film) von Jens Schanze über das größte Vorkommen von Lithium im Hochland Boliviens, Game Over (if... Productions) von Jörg Adolph und Ralf Bücheler über Computerspiel-Sucht sowie Mit Recht gegen Unrecht (Südkino Filmproduktion) von Melanie Liebheit und Gereon Wetzel über den unermüdlichen Kampf des „European Center for Constitutional and Human  Rights“ (ECCHR) für die Durchsetzung von Rechten, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und nationalen Verfassungen garantiert werden.

 

Internationale Produktionen fürs Kino

Der FFF Bayern hat im vergangenen Jahr mehr Fördermittel für die Produktion von Kinofilmen ausgereicht als im Jahr 2022. Allein 2 Mio. Euro mehr als im Vorjahr wurden für die Produktion von Kinofilmen im Förderprogramm "Internationale Koproduktionen vergeben. Die Mittel für diesen Förderbereich stammen vom FFF Gesellschafter Freistaat Bayern. Betrug die Fördersumme in 2022 für diesen Bereich noch rund 3 Mio. Euro, so wuchs er 2023 auf ca. 5 Mio. Euro an. Die Anzahl der Projekte ist jedoch nicht proportional gewachsen: Teilten 2022 zwei Filme die Gesamtfördersumme von 3 Mio. Euro untereinander auf, so verteilten sich 2023 genau 5 Mio. Euro auf drei Produktionen, die durchschnittliche Fördersumme ist also im Durchschnitt leicht gestiegen. Die 2023 geförderten internationalen Kinoproduktionen, die mit Starbesetzung in Bayern gedreht wurden oder noch in diesem Jahr gedreht werden, sind die britisch-deutsche Koproduktion Morning (Augenschein Filmproduktion, Construction Film, Sunny March, Jaywalker Pictures) von Autor Sam Steiger und Regisseur Justin Kurzel und mit Laura Dern, Benedict Cumberbatch, Noah Jupe, Naomi Acki und Veronica Ferres im Cast, außerdem die deutsch-britisch-serbische Koproduktion Return to Silent Hill (Maze Pictures, Metropolitan, Davis Films, The Electric Shadow Company, Lotus Wallace) von Christophe Gans (Drehbuch, Regie) und mit Jeremy Irvine in der Hauptrolle. Im Dezember empfahl der Ausschuss die Förderung der deutsch-britischen Koproduktion Cliffhanger 2 (Black Magic Films, Supernix, Original Films) von Autor Marc Bianculli und Regisseur Jean-François Richet und mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle.

Projekt- und Stoffentwicklungen fürs Kino

 

Im Stadium der Projektentwicklung empfahl der Ausschuss elf Vorhaben für das Kino. Darunter Ameisen fressen kein Halva (Maverick Film) von Autorin Judith Rose Gyabaah und Regisseurin Alisa Kolosova über eine ungewöhnliche Patchwork-Familie, der queere Film Backstage (Gustav Film) von Autor Can Merdan Dogan über eine Backgroundsängerin, deren Fantasie und toxische Realität sich in den Gängen des Backstage zunehmend vermischen, sowie das Drama Die Berufung (Odeon Fiction) von Autor Johannes Betz und Regisseur Andreas Prochaska über den Richter Jan-Robert von Renesse, der Anfang der Nullerjahre gegen das eigene Justizsystem für die Rentenansprüche der Holocaust-Überlebenden kämpft und dabei beinahe sein eigenes Leben zerstört.

Zu den 21 für die große Leinwand geförderten Stoffentwicklungen gehören die Dokumentarfilmprojekte A Letter to Jenna (Karbe Film) von Jens Schwarz über Fake News und Passion von Stefanie Brockhaus über Gewalt an Frauen in Liebesbeziehungen sowie die Doku-Fiction für Kinder Anna und Deine wilden Freunde (Text und Bild Medienproduktion) von Ben Wolter und Robert Sigl – die Tierreporterin Anna aus der Kika-Serie Anna und die wilden Tiere kommt ins Kino. Außerdem das Drama Elodie (Horse & Fruits) über ein hörendes Kind gehörloser Eltern von Vera Brückner, das Biopic Another Birth (Bedrock Film), basierend auf der wahren Geschichte einer Frau, die in Frankreich als erste Iranerin an einem offiziellen Boxwettkampf teilnahm, von Shahram Shahangi.

Verleih

Mit FFF Verleihförderung im Kino gestartet sind 35 Filme, darunter:
15 Jahre (Wild Bunch Germany)
Life is not a competition but I'm winning (Cine Global Daniel Ludwig)
Plastic Fantastic (mindjazz pictures)
Dead Girls Dancing (Mubi Deutschland)
Rehragout-Rendezvous (Constantin Film Vertrieb)
Wochenendrebellen (Leonine Distribution)
Ein ganzes Leben (Tobis Film)
Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen (MFA+ Film Distribution) Weißt du noch (Majestic Filmverleih)
Neue Geschichten vom Franz (Wild Bunch Germany)
Gernstls Reisen – Auf der Suche nach irgendwas (Alpenrepublik)
Joyland (Filmperlen)
Enkel für Fortgeschrittene (Studiocanal)
Last Contact (Weltkino Filmverleih)
Das Lehrerzimmer (Alamode Filmdistribution)
Running against the Wind (W-film Distribution)
Sisi & Ich (DCM Filmdistribution)
Das Versprechen – Architekt BV Doshi (barnsteiner-film).

Hinzu kam noch Vertriebsförderung für drei Projekte in Form von Zuschüssen für ihre Teilnahme in A-Festivals.

 

Boxoffice und Festivals

Deutsche Filme haben laut Comscore ein Boxoffice von 139 Mio. Euro erzielt. FFF-geförderte Filme, darunter auch internationale Filme, erreichten 110 Mio. Euro. Beim nach Besuchszahlen erfolgreichsten Kinofilm Die drei ??? – Erbe des Drachen ist der FFF Bayern Hauptländerförderer, beim nach Umsatz stärkstem Film Rehragout Rendezvous ist der FFF Bayern einziger Länderförderer - ebenso wie beim Kinohit Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen.

Von den sechs erfolgreichsten deutschen Kinofilmen nach Besuchszahlen 2023 sind alle FFF-gefördert, in der Platzierung 7-10 befindet sich ein weiterer FFF-geförderter Film. Die Filme Die ??? – Erbe des Drachen (Platz 1), Rehragout Rendezvous (Platz 2), Manta Manta - Zwoter Teil (Platz 3), Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen (Platz 5) und Wochenendrebellen (Platz 6) hat der FFF Bayern sowohl in der Produktion als auch im Verleih gefördert. Sonne und Beton (Platz 4) ist FFF-verleihgefördert, das Projekt Neue Geschichten vom Pumuckl hat der FFF Bayern im Bereich Produktion Fernsehserie als Hauptländerförderer unterstützt, es kam im Verleih von Constantin Film als Alternative Content in die Kinos, wo es auf Platz 9 der erfolgreichsten deutschen Filme landete. Auch der Kinofilm Aquaman: Lost Kingdom, gefördert im Programm Internationale Filme und Serien, landete auf den vorderen Plätzen der Charts.

In den Sektionen renommierter Festivals präsent und preisgekrönt waren unter anderem die FFF-geförderten Filme Sisi & Ich, Das Lehrerzimmer (FFF Verleihförderung), She Chef, Anima – Die Kleider meines Vaters, Lars Eidinger – Sein oder nicht sein, Orphea in Love, Plastic Fantastic, Sonne und Beton (FFF Verleihförderung) und Der Fuchs sowie der Blockbuster Black Panther: Wakanda forever (FFF Förderprogramm Internationale Kinofilme und Serien/ Line Producer/Digitale Bildgestaltung), der es bis zur Nominierung bei den Academy Awards brachte.

 

Förderung Fernsehfilme und Serien

Stabil und sogar leicht gestiegen ist das Fördervolumen für internationale Serien und Filme, das vom Gesellschafter Freistaat Bayern finanziert wird. Hier förderte der FFF Bayern u.a. die Hulu-Serie Nine Perfect Strangers. Das Fördervolumen für den Bereich Produktion Fernsehfilm ist gegenüber 2022 gesunken. Dies spiegelt die im Jahr 2023 zu beobachtende niedrigere Antragslage gegenüber anderen Jahren wider. Etliche aus den Vorjahren geförderte Produktionen wurden 2023 ausgestrahlt und erreichten gute Quoten. Die FFF-geförderte Serie Die Kaiserin gewann den International Emmy.

 

Produktionen für TV und Streaming

Zur Förderung empfohlen hat der Ausschuss unter anderem das Drama Sie sagt. Er sagt (Moovie, ZDF) von Autor Ferdinand von Schirach und Regisseur Matti Geschonneck über die Verhandlung einer Vergewaltigung vor Gericht in der post-#metoo-Zeit, die Literaturverfilmung Der Schimmelreiter (B+M Entertainment, ZDF, Arte) von Leonie Breinersdorfer (Drehbuch) und Francis Meletzky (Regie) nach der gleichnamigen Novelle von Theodor Storm, den Historien-Mehrteiler Call me Levi (Lieblingsfilm, ARD Degeto) von David Marian (Drehbuch) und Neele Leana Vollmar (Regie) über die Erfindung der Levi's-Jeans in Folge der Begegnung von Levi Strauss und Jacob Davis Mitte des 19. Jahrhunderts, die Fortsetzung der preisgekrönten Serie Oktoberfest 1900 in Form des Mehrteilers Oktoberfest 1905 (Zeitsprung Pictures, ARD Degeto, BR, MDR) von Ronny Schalk, Dani Merkel, Benjamin Seiler (Drehbuch) und Hannu Salonen (Regie) und die Serie Der Palast 2 (Moovie, ZDF) von Autorin Rodica Doehnert und Regisseur Uli Edel. Zu den geförderten Dokumentarfilmen gehörten Emilie Schindler (Tangram International, BR) von Annette Baumeister über den bisher unbeleuchteten Einsatz der Frau Oskar Schindlers bei der Rettung von mehr als tausend jüdischen Zwangsarbeiterinnen und -arbeitern sowie Weltkarriere einer Lüge (Blueprint Film, ARTE, RBB) von Felix Moeller über die Wurzel antisemitischer Verschwörungsmythen und Gewaltfantasien. Als Doku-Webserie wurde unter anderem Aufg’sperrt is! (Schau Hi Films) von Julian Wittmann und Thomas Wittmann gefördert: Die Brüder versuchen darin, gegen den Trend des Wirtshaussterbens eine traditionelle Dorfwirtschaft wiederzueröffnen – ohne jegliche Vorerfahrung.

 

Internationale Serien und Filme für Streaming-Dienste

 

Im Bereich Internationale Filme und Serien wurde die 2. Staffel der Hulu-Serie Nine Perfect Strangers gefördert, eine Koproduktion zwischen USA, Deutschland und Österreich (Fifth Season, Supernix mit Supernix Austria). Regie führt Jonathan Levine und Anthony Byrne nach einem Drehbuch von Rachel Shukert, die zugleich Showrunnerin ist. Die Hauptrolle spielt Nicole Kidman, gedreht wird neben Österreich größtenteils in Bayern on Location und in den Penzing Studios.

Ebenfalls unterstützt hat der FFF Bayern mehrere Film- und Serienprojekte, an denen Line Producer für die digitale Bildgestaltung beteiligt waren. In der Gesamtfördersumme enthalten ist ein im Jahr 2023 abgerufenes Erfolgsdarlehen in Höhe von 1,25 Mio. Euro für das internationale Serienprojekt Smilla (Constantin Television). Dieses hatte der FFF Bayern im Dezember 2022 mit 1 Mio. Euro in der Produktion gefördert.

 

Quoten und Preise

 

Geförderte TV- und Streaming-Projekte, die mit guten Quoten liefen und mit Preisen ausgezeichnet wurden, waren z.B. Entführt – 14 Tage überleben, Der Pass 3, Gute Freunde – Die Geschichte des FC Bayern, Davos 1917, Die Saat, Fett und Fett (Staffel 2), Luden - Könige der Reeperbahn und Himmel, Herrgott, Sakrament. Noch nicht ausgestrahlt, aber mit dem Bernd Burgemeister Preis 2023 ausgezeichnet ist Herrhausen – Herr des Geldes. Die Serie Neue Geschichten vom Pumuckl ist für den Grimme-Preis nominiert, die Serie Die Kaiserin gewann den International Emmy.

 

Talente

19 Filme vielversprechender Talente förderte der FFF Bayern in der Produktion mit insgesamt 2,1 Mio. Euro. Die durchschnittliche Fördersumme pro Projekt ist in der Folge von ca. 73.000 Euro auf mehr als 109.000 Euro gestiegen. Auch hier spiegeln die Zahlen die Antragslage in Hinblick auf die Art der Projekte wider: Eingereicht waren mehr Debütprojekte als im Vorjahr, gefördert hat der FFF Bayern acht Debütfilme, einen kombinierten Abschluss-/Erstlingsfilm, 12 Abschlussfilme und drei Projekte von Quereinsteiger*innen. Der geförderte HFF München-Abschlussfilm Life is not a competition, but I'm winning von Julia Fuhr Mann wurde bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig uraufgeführt und gewann außerdem den First Steps Award. Beim Filmfest München preisgekrönt war Merle Grimmes Spielfilm Clashing Differences.

 

Förderempfehlungen gab es 2023 für Shahid (Michael Kalb Filmproduktion), das Debüt von Narges Kalhor (Co-Autor: Aydin Alinejadsomeeh) von und über Migrant*innen in Deutschland und aus der Ferne. Außerdem Im Umkreis des Paradieses (Trimafilm), das Debüt von Yulia Lokshina über deutsche Siedlungsprojekte und ihre sozialen und räumlichen Architekturen. Auch das Debüt von Pauline RonnebergKalter Hund (Milk Pictures), eine schwarze Impro-Komödie über Doppelmoral, Lebenslügen und Familie anhand einer Familienaufstellung förderte der FFF Bayern 2023.

Zu den unterstützten HFF München Abschlussfilmen gehörten das Drama Scham (Philip Gröning Filmproduktion) von Lukas Röder über häusliche Gewalt und sexuellen Missbrauch sowie die Komödie Unterwegs im Namen der Kaiserin (Maze Pictures) von Jovana Reisinger über den Wettstreit dreier Freund*innen darüber, wer von ihnen eine prophezeite Reinkarnation der Kaiserin Elisabeth ist.

Auch das Projekt der Quereinsteigerinnen Leah-Maria Jacob und Jana MillerUnder the Rug (Motion Cups) förderte der FFF Bayern: In dem Animationsfilm geht es um eine Familie, die alle Probleme unter den Teppich kehrt. Dort aber lauert ein Monster, das Tag für Tag heranwächst, bis es die gesamte Familie zu verschlingen droht.

Der Bayerische Bankenfonds (BBF) übernahm Bürgschaften für die Projekte Scham (Philip Gröning Filmproduktion) und Bubbles (Schmidbauer Film).

Bei Festivals und Preisverleihungen erfolgreiche Nachwuchsfilme waren unter anderem Aus meiner Haut,Clashing Differences, Der Rückweg, Life is not a competition, but I'm winning und Dead Girls Dancing – mit dem European Shooting Star 2024 Katharina Stark im Cast.

 

Games

50 neue Gamesprojekte empfahl der FFF Bayern zur Förderung. Das bewilligte Volumen betrug 3,3 Mio. Euro. Das sind etwa 140.000 Euro mehr als im Vorjahr. 

26 Studios in Erlangen, Bayreuth, München, Nürnberg, Garching, Germaringen, Bamberg, Brunnthal, Kempten, Nittendorf, Würzburg etc. entwickeln Prototypen mit FFF-Förderempfehlungen aus dem Jahr 2023. Darunter Project Endor (Thera Bytes), ein taktisches Rogue-lite Singleplayer Spiel, in dem eine Abenteuergruppe einen Berg von einer unbekannten Macht befreien muss, um die Natur zu retten. Ein weiterer geförderter Prototyp ist Dragon's Roarmance (Gentle Troll Entertainment): In der Fantasy Romance Visual Novel bewahren die Spieler*innen die Welt vor dem Untergang, in dem sie unter anderem das Herz des Drachengotts erobern. Der Prototyp Aquapark Tycoon (Boxelware) ist ein Tycoon Game, in dem die Spieler*innen ein eigenes Schwimmbad mit Rutschen, Sportangeboten und Wellnessbereichen bauen. Außerdem förderte das Gremium 22 Konzeptentwicklungen, ebenfalls von Studios aus Orten in ganz Bayern. Produktionsförderung erhielten der 2D Stealth Puzzle Plattformer Thief of Smiles (Irox Games), der in einer von Michael Endes Roman Momo inspirierten Stadt spielt, sowie Space Crawler (Wayward Studios), ein Third Person Dungeon Crawler meets Space Action Adventure, in dem es darum geht, einen Ausweg aus einem finsteren Weltraum-Sektor zu finden. 

2023 bei der gamescom erstmals gezeigt wurde das FFF-geförderte Fantasy-Strategiespiel Songs of Silence (Chimera Entertainment).

Nach 27 Jahren ist im Dezember 2023 die langjährige FFF Förderreferentin Michaela Haberlander, die den Gamesförderbereich mit aufgebaut hat, in den Ruhestand gegangen. Den Bereich verstärkt neben Joannis Xenakis seit 1.1.2024 Thorsten Suckow.

 

Extended Realtities

Mit rund 522.000 Euro unterstützte der FFF Bayern 16 neue Extended Realities (XR)-Projekte. Internationales Aufsehen erregten die geförderten Experiences Emperor, Mind the Brain! und i wanna be ur dog mit ihren Perfomances in Venedig und Miami. Sechs Mal unterstützte der FFF Bayern die Präsentationen von geförderten Experiences bei Festivals und auf Messen.

Das Gremium empfahl sieben XR-Projekte im Produktionsstadium, darunter Wallace and Gromit – For a few dollops more über die neueste Neuerfindung von Wallace (Frühstückskanone!) und Dans Drauganna, eine narrative VR-Tanz Experience, in der sich die Spieler*innen durch Tanzbewegungen andere Realitäten erschließen und somit die Entstehung unseres Universums und mögliche Zukunftsszenarien interaktiv begreifen (beide Reynard Films). Außerdem Duchampiana (Myndstorm Productions), eine künstlerische VR-Installation, die die objektivierenden Darstellungen von Frauen in der Kunstgeschichte hinterfragt, indem sie Marcel Duchamps berühmten Akt, der eine Treppe herabsteigt, belebt und seiner Protagonistin ermöglicht, ihren Kurs drastisch zu ändern. Ebenfalls gefördert wurde Out of Nowhere. Everywhere (SpecStudio), eine interaktive Virtual-Reality-Erfahrung über das verheerende Hochwasser in Hallein und ein Aufruf, Europas Aulandschaften zu schützen. Atopia (Atopia Space) wird eine Plattform, die es Menschen ermöglichen möchte, Museen, Sehenswürdigkeiten und Galerien aus der ganzen Welt von zu Hause zu erleben, um Kultureinrichtungen für alle Menschen zugänglich zu machen. Eine AR-App, die die Zeitpyramide in Wemding, wo alle zehn Jahre ein Stein hinzugefügt wird, visualisieren soll, wurde ebenfalls in der Produktion gefördert (Grafikdude/ Stiftung Zeitpyramide). 

Die geförderte VR-Experience Emperor (Reynard Films) von Marion Burger und Ilan Cohenlief im Wettbewerb von Venice Immersive, der renommierten VR-Sektion der Internationalen Filmfestspiele von Venedig, und gewann dort den Achievement Prize. Die interaktive und narrative künstlerische VR-Experience lädt die User*innen ein, in das Gehirn eines an Aphasie leidenden Mannes zu reisen. Die beiden Experiences Mind the Brain! und i wanna be ur dog (beide Myndstorm Productions) wurden beim Festival Filmgate Interactive, ein durch die Stadt Miami gefördertes Festival im Rahmen der Art Basel Miami Beach Woche, präsentiert. Beide Firmen erhielten vom FFF Bayern für diese Präsentationen XR Verbreitungsförderung. Ebenfalls mit der Verbreitungsförderung unterstützt wurde Wildnis AR (Lisa Eder Film) für die Teilnahme im Wettbewerb des Sheffield DocFest, O.R.PHEUS  Fragments (Evelyn Hribersek) für die Präsenz beim Festival Theater der Welt in Frankfurt sowie Crown Shy Continuum (Govar) für die Präsentation im deutschen Stand bei Venice Immersive.

Beim Netzwerk-Event XR Meet & Mingle, zu dem der FFF Bayern während des Festivals der Zukunft einlud, war die XR Branche zu Gast; bei einem Talk in diesem Rahmen berichteten XR-Creators Philip Gröning (XR Experience Oktoberfest Phantom) und Kathrin Brunner (XR Experience Mind the Brain!) von ihren Erfahrungen vom Einsatz der KI und ihren Einschätzungen für die Zukunft dieser Technologie.

 

Drearbeiten

Die Film Commission des FFF Bayern war auch 2023 eine wichtige und beliebte Anlaufstelle für nationale und internationale Teams aus aller Welt. Sie hat die gewohnten Serviceleistungen angeboten, darunter Vermittlung bei Anfragen nach Drehgenehmigungen, Hilfe bei Motivsuche, Verbesserungen der Drehbedingungen und Infrastruktur für Dreharbeiten, Netzwerkarbeit mit Partner*innen in den bayerischen Regionen, Präsentation des Filmstandortes Bayern in den Märkten von Berlin und Cannes, beim Summit & Expo Shooting Locations Marketplace im nord­spanischen Valladolid, bei der Cine Gear Expo in Los Angeles, der Euro Cine Expo in München und bei Focus London. Darüber hinaus gehörten wieder individuelle Motiv-Touren für große internationale Produktionsvorhaben zum Portfolio der bayerischen Film Commission.

Aufgrund des monatelangen Streiks der SAG-AFTRA in den USA konnten internationale Projekte nicht wie geplant umgesetzt werden, was zu einer Verringerung des gesamt Produktionsvolumens führte. Hätten die verschobenen Projekte umgesetzt werden können, wäre das Jahr 2023 voraussichtlich ein Jahr mit einer ähnlich hohen Anzahl an Drehtagen wie im Rekordjahr 2021 (über 4.000) geworden. Die Gesamtsumme der erfassten Drehtage 2023 blieb im Vergleich zum Vorjahr trotz dieser Verschiebungen konstant, so gab es im Jahr 2022 insgesamt 3.576 Drehtage in Bayern, im Jahr 2023 waren es 3.449 Drehtage im Freistaat. An der Spitze der Drehtage steht Oberbayern (außer München) mit 1.580 Tagen, gefolgt von der Stadt München mit 1.486 Tagen. Nicht erfasst wurden Drehtage von Nonfiction Daily-Formaten und Studio-Entertainment-Shows sowie Werbeproduktionen. In Bayern gedreht wurden etwa die Kinoprojekte 791 km, Stiller, Shahid, The Girl from Köln, Die Schule der magischen Tiere 3, Die Akademie, Woodwalkers, Return to Silent Hill, Achtzig Plus u.a.

Im letzten Jahr hat sich die Film Commission des FFF Bayern gemeinsam mit der Bavaria Filmstadt der Frage gewidmet, wie junge Menschen für Jobs hinter der Kamera begeistert und wie Zugänge für Interessierte geschaffen werden können. Mit dem Film Academy Day für Schulklassen und potenzielle Quereinsteiger*innen ist dies gelungen, und die Organisator*innen setzen das Format mit erweitertem Konzept fort. Das von der Film Commission des FFF Bayern zum vierten Mal angebotene Drehbuchcamp, das dazu dient, in unterschiedlichen Regionen Bayerns Drehbuchautor*innen zu Geschichten zu inspirieren, führte 2023 in den Bayerischen Wald; sieben Autor*innen nahmen teil.

Kinos

Mit insgesamt 2,9 Mio. Euro unterstützte der FFF Bayern 2023 die bayerischen Kinos. Das sind 470.000 Euro mehr als 2022. Kräftig aufgestockt wurden die Mittel für die Investitionszuschüsse: Hier bewilligte der FFF Bayern die gegenüber dem Vorjahr beinah doppelte Summe.

Betrug das Zuschussvolumen 2022 für die Kinoinvestitionen noch 1,07 Mio. Euro, so stieg es 2023 auf 2,07 Mio. an. Für die Kinoprogrammprämien stellte der Freistaat Bayern erneut zusätzliche Mittel zur Verfügung; so konnte der FFF Bayern 78 Kinos  in einer Gesamthöhe von 835.000 Euro auszeichnen. Das ist immer noch fast doppelt so hoch wie in den Jahren vor der Pandemie.

Filmfestivals

18 Festivals in ganz Bayern förderte der FFF Bayern in einer Gesamthöhe von mehr als 1 Mio. Euro. 

Die geförderten Festivals sind: Nonfiktionale Bad Aibling 2023, Landshuter Kurzfilmfestival 2023, DOK.fest München 2023, ZWICKL Schwandorfer Dokumentarfilmtage 2023, Filmfestival Türkei/Deutschland 2023, Internationale Regensburger Kurzfilmwoche 2023, Fünf Seen Filmfestival 2023, Kurzfilmtage Thalmässing 2023, Internationale Hofer Filmtage 2023, Musikfilmtage Oberaudorf 2023, Transit Filmfest Regensburg 2023, Trostberger Filmtage 2023, Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee 2023, Internationales Filmfestival für Menschenrechte Nürnberg 2023, 20minmax Internationales Kurzfilmfestival Ingolstadt 2023, Bamberger Kurzfilmtage 2024 und die Grenzlandfilmtage Selb 2024.

 

Medienstandort

20 Projekte im Bereich Medienstandortförderung unterstützte der FFF Bayern im Jahr 2023. 

Zu den unterstützten Projekten gehörten unter anderem die HFF München Screenings (Hochschule für Fernsehen und Film München), die JETS Initiative (WEP Productions), die Verleihung des Friedenspreises des deutschen Films – Die Brücke (Bernhard Wickie Gedächtnisfonds), die Drehbuchwerkstatt (Freundeskreis der HFF München e.V.) sowie drei Panels beim Filmfest München: eines über KI (Deutsche Akademie für Fernsehen e.V.), eines über Wege in die Filmbranche (Initiative zur Nachwuchsförderung für Filmberufe IN FILM e.V.) und eines, auf dem empowernde Frauen von ihrem steinigen Weg zum Erfolg berichtet haben (Pro Quote Film e.V.). Ebenfalls gefördert hat der FFF Bayern die Creators Conference der Produzentenallianz und die Tagung Teilhabe im Film (Vol. 2), die das Filmfest München und die Evangelischen Akademie Tutzing organisiert haben.

 

Ausblick

 

Bei der Münchner Filmwoche 2024 bekamen die Kinobetreiber*innen einen Ausblick auf FFF-geförderte Filme, die in diesem Jahr starten, geboten: Family Entertainment Die Chaosschwestern und Pinguin Paul, der Dokumentarfilm Plastic Fantastic von Isa Willinger und das Drama Stella. Ein Leben von Kilian Riedhoff laufen bereits seit letzter Woche im Kino. Im Februar starten das Drama nach wahrer Begebenheit und Regie-Debüt von Christopher DollEine Million Minuten und die Vater-Sohn-Geschichte um einen Straßenmusiker Rickerl – Musik is höchstens a Hobby von Adrian Goiginger. Ab März und ab den darauffolgenden Monaten laufen Alles Fifty Fifty von Alireza Golafshan, Chantal im Märchenland von Bora DagtektinSterben von Matthias Glasner, die Kinderbuchverfilmung Max und die Wilde 7 – Die Geister-Oma von Winfried Oelsner und Lisa-Marie Dickreiter, September 5 von Tim Fehlbaum, der dritte Teil des Dauerbrenners Die Schule der magischen Tiere von Regisseur Sven Unterwaldt und Autor Torsten Näter, Hagen von Philipp Stennert und Cyrill Boss, das Fantasy-Abenteuer Woodwalkers von Regisseur Damian John Harper und Autor David Sandreuter nach den Büchern von Katja Brandis und der Animationsfilm Heidi- Rettung der Luchse von Regisseur Tobias Schwarz nach einem Drehbuch von Tess Meyer und Peter Dollinger. Bereits zu Beginn des Jahres startete 15 Jahre von Chris Kraus. Bei der Münchner Filmwoche präsentiert, aber noch ohne Starttermin, ist die internationale Koproduktion The Crow, inszeniert von Rupert Sanders nach einem Drehbuch von Zach Baylin, James O'Barr und Cliff Dorfman,mit Bill Skarsgård, FKA Twigs und Danny Huston in den Hauptrollen.

Am Ende der Münchner Filmwoche wurde der Bayerische Filmpreis verliehen. Sieben Auszeichnungen gingen an FFF-geförderte Filme: zwei an Girl you know it's true, jeweils eine an15 Minuten, Alles Fiftiy Fifty, Ein ganzes Leben, Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen sowie an Rickerl – Musik is höchstens a Hobby – dieser eröffnete in der vergangenen Woche das Max Ophüls Festival, wo auch der FFF-geförderte HFF München-Abschlussfilm Wie im Himmel so auf Erden (Michael Kalb Filmproduktion) von Daria Kuschev im Wettbewerb Dokumentarfilm lief. Bei der Berlinale werden drei FFF-geförderte Filme ihre Uraufführung erleben: Sterben (Port au Prince Film) von Matthias Glasner im Wettbewerb, Treasure (Seven Elephants) von Julia von Heinz und John Quester in der Reihe Special Gala und Shahid von Narges Kalhor im Forum. Im Rennen um einen Academy Award als Best International Feature Film ist der FFF-verleihgeförderte Kinofilm Das Lehrerzimmer (if... Productions) von İlker Çatak (Drehbuch und Regie) und Johannes Duncker (Drehbuch).

Geförderte TV-Projekte, die voraussichtlich 2024 ausgestrahlt werden, sind: Die Toten aus dem Meer (Amalia Film, ARD Degeto; Drehbuch: Christiane Dienger, Martin Sommer, Regie: Ute Wieland) und Call me Levi (Lieblingsfilm, ARD Degeto; Drehbuch: Neele Leana Vollmar, Robert Krause, David Moehring, Regie: Neele Leana Vollmar), Spuren: Der Fall Stefanie B. (Lailaps Film, SWR, Drehbuch: Martina Mouchot, Robert Hummels, Regie: Stefan Krohmer), Lust (Trimafilm, SWR, Drehbuch: Bartosz Grudziecki, Carolina Zimmermann, Mercedes Lauenstein, Karla Other, Berthold Wahjudi; Regie: Pia Hellenthal, Bartosz Grudziecki), Chamäleon (Isarstraßen Film, ARD Degeto; Drehbuch: Christian Jeltsch, Sebastian Bleyl, Anneke Janssen, Christine Hartmann; Regie: Wolfgang Groos, Matthias Koßmehl) und Kati (Odeon Fiction, ZDF; Drehbuch: Andrea Stoll, Regie: Michaela Kezele). Aktuell verfügbar sind Die Saat – Tödliche Macht (Odeon Fiction, ARD Degeto; Drehbuch: Christian Jeltsch, Axel Hellstenius, Regie: Alexander Dierbach) und Davos 1917 (Amalia Film, ARD Degeto; Drehbuch: Adrian Illien, Thomas Hess, Julia Penner, Michael Sauter; Regie: Jan-Eric Mack, Anca Miruna Lázárescu, Christian Theede) in der ARD Mediathek sowie Gute Freunde – Der Aufstieg des FC Bayern (UFA Fiction, RTL; Drehbuch: Richard Kropf, Alexander LindhNicklas Trinkhaus, Thomas Hüetlin, Regie: David Dietl) und Neue Geschichten vom Pumuckl (Neuesuper, RTL; Drehbuch: Korbinian Dufter, Matthias Pacht, Katharina Köster, Moritz Binder, Regie: Marcus H. Rosenmüller) bei RTL+. Die Serie Neue Geschichten vom Pumuckl ist auch für den Grimme Preis nominiert, ebenso wie Zwischen uns.

Im April wird die deutsche Gamesbranche nach Bayern strömen, wenn der Deutsche Computerspielpreis in München verliehen wird. Released wird in 2024 nach der Präsentation bei der gamescom 2023 das Fantasy-Strategiespiel Songs of Silence (Chimera Entertainment) auf Steam. Ebenfalls Release feiern EcoGnomix (Irox Games), Venice After Dark (Weltenwandler Designagentur) und Paper Animal RPG (Cuddling Raccoons Studio).

Erwartet werden die Premieren folgender geförderter XR Projekte: die künstlerische VR-Installation Duchampiana VR (Myndstorm Productions), die VR Experience Out of Nowhere. Everywhere (Spec Studio), die narrative VR Tanz-Experience Dans Drauganna (Reynard Film), die interaktive Dance Performance My Life as a tree (Angelika Maria Meindl Mahnecke) sowie der Prototyp der interaktiven XR-Bodenprojektion Salzsammler (Salzsammler Studios) für das Besucherzentrum des Welterbes Regensburg.

Aufgrund der Streiks sind Dreharbeiten mit Beteiligung und/ oder mit Cast aus den USA aus dem Jahr 2023 auf 2024 verschobenen worden. Die Film Commission rechnet für das Jahr 2024 daher schon jetzt mit einem erhöhten Produktionsvolumen in Bayern. Bereits zu Beginn des Jahres 2024 haben verschobene Dreharbeiten begonnen von großen internationalen Produktionen, an denen Firmen und Schauspieler*innen aus den USA beteiligt sind. Die Film Commission des FFF Bayern widmet sich neben all ihren anderen Tätigkeiten weiterhin dem Thema Fachkräftemangel: Gemeinsam mit der Bavaria Filmstadt lädt sie nach dem großen Andrang im vergangenen Jahr erneut zum Film Academy ein. Dieser wird am 16. April 2024 mit erweitertem Konzept stattfinden. Ziel ist es, junge Menschen und alle Interessierten für die vielfältigen Jobs hinter der Kamera zu begeistern.