Förderrichtlinien

RICHTLINIEN FÜR DIE BAYERISCHE FILM- UND FERNSEHFÖRDERUNG (VERGABERICHTLINIEN) ab 1.1.2019

 

 

1. ALLGEMEINE GRUNDSÄTZE


1.1 Förderungsziele

 

1.1.1 Die Förderung soll zur Steigerung der künstlerischen und kulturellen Qualität  der Film- und Fernsehproduktion und der Leistungsfähigkeit der bayerischen Produktionswirtschaft beitragen und eine vielfältige Kulturlandschaft gewährleisten. Darüber hinaus soll die Förderung auch einen Beitrag zur Stärkung des audiovisuellen Sektors in Europa leisten.


1.1.2  Maßstäbe für künstlerische und kulturelle Qualität sind unter anderem die inhaltliche, historische, zeitgeschichtliche, schöpferische, soziale oder gesellschaftliche Relevanz des Stoffes, die erzählerische und sprachliche Ausgestaltung des Drehbuchs oder Treatments und der Dialoge, die zu erwartende gestalterische und visuelle Umsetzung des Werkes sowie die Kompetenz der beteiligten Filmkünstler vor allem in den Bereichen Regieführung, Schauspiel, Bildgestaltung, Schnitt, Szenographie, Ausstattung und Musik. Ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern unter den beteiligten Filmschaffenden ist anzustreben.


1.2 Förderungsgegenstand


Die Förderung kann sich auf folgende Bereiche erstrecken:

– Stoff- und Projektentwicklung

– Herstellung von Kino- oder Fernsehfilmen und -serien

– andere innovative audiovisuelle Vorhaben und immersive audiovisuelle Inhalte

– Verleih und Vertrieb

– Kinoprogramme und -investitionen 

– sonstige Fördermaßnahmen zur Pflege des Medienstandorts Bayern.


1.3 Allgemeine Förderungsbedingungen


1.3.1  Die Vergabe von Fördermitteln nach diesen Richtlinien erfolgt nur im Rahmen  der von den Gesellschaftern des FFF Bayern zur Verfügung gestellten Mittel als Projektförderung (Anteilfinanzierung). Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.


1.3.2  Sämtliche Antragsunterlagen und Drehbücher sind in deutscher Sprache einzureichen, soweit diese Richtlinien nichts anderes bestimmen. Der Abschluss eines Fördervertrags nach Ziff. 8.6 und eine Auszahlung von Fördermitteln setzt voraus, dass die Gesamtfinanzierung des Projekts, für das Förderung beantragt wird, nachgewiesen ist. Bei Darlehen richtet sich der Zinssatz nach der Kapitalmarktlage zum Zeitpunkt der Bewilligung.


1.3.3  Die Kosten des Projekts, für das eine Förderung beantragt wird, sind branchenüblich und nach dem Grundsatz sparsamer Wirtschaftsführung zu kalkulieren. Maßgeblich für die Berechnung von Förderhöchstgrenzen ist jeweils der deutsche Finanzierungsanteil oder, falls dieser höher ist, der deutsche Anteil der Kosten.


1.3.4  Die Antragsteller sind gehalten, das in den Projekten eingesetzte Personal zu sozialverträglichen Bedingungen zu beschäftigen. Kosten für „Grünes Drehen“  in der Produktion von Kino- und Fernsehvorhaben sind förderfähig.


1.3.5  Das Projekt darf zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen sein. In begründeten Fällen kann der FFF Bayern Ausnahmen zulassen, wenn zumindest ein vorläufiger Antrag vorliegt.


1.3.6  Vorhaben, die nach diesen Richtlinien gefördert werden, müssen ein nach den Kriterien von Qualität und Wirtschaftlichkeit förderungswürdiges Projekt erwarten lassen. Nicht gefördert werden Vorhaben, die ein Projekt erwarten lassen, das gegen die Verfassung oder die Gesetze verstößt oder das sittliche oder religiöse Gefühl verletzt oder sexuelle Vorgänge oder Brutalitäten in aufdringlich vergröbernder spekulativer Form darstellt. Nicht gefördert werden außerdem Industrie-, Werbe- oder Imagefilme.


1.3.7  Nicht antragsberechtigt nach diesen Richtlinien sind öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten und private Rundfunkanbieter oder -veranstalter.

 

1.3.8  Über die Empfehlungen zu den einzelnen Fördermaßnahmen entscheidet, soweit diese Richtlinien nichts anderes bestimmen, ein Vergabeausschuss.


1.3.9  Soweit diese Richtlinien keine gesonderte Regelung enthalten, finden für Kinofilmvorhaben grundsätzlich ergänzend die Regelungen des FFG und der aufgrund des FFG erlassenen Richtlinien entsprechend Anwendung. Für internationale Koproduktionen und Fernsehvorhaben können gesonderte Leitlinien erlassen werden.


1.3.10  Fördermittel nach dieser Richtlinie können mit Fördermitteln anderer Förderinstitutionen kumuliert werden. Dabei darf die Beihilfeintensität grundsätzlich nicht mehr als 50 %, bei europäischen Koproduktionen nicht mehr als 60 % betragen. Davon ausgenommen sind schwierige audiovisuelle Werke wie zum Beispiel Kurzfilme, Erst- und Zweitfilme von Regisseuren, Dokumentarfilme, Low-Budget-Produktionen oder sonstige kommerziell schwierige Werke. Fördermaßnahmen der Abschnitte 2, 3, 4 und 5 werden nach Maßgabe der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung der EU (Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der Kommission; AGVO) zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ABL L 187, 26.6.2014, S.1), insbesondere Art. 54 AGVO, ausgereicht. Die Förderung des Abschnitts 6 erfolgt nach Art. 53 AGVO. Die Förderung des Abschnitts 7 erfolgt nach Maßgabe der „De-minimis-Verordnung“ (Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen, ABL EU L 352, 24.12.2013, S.1).


1.3.11  Unternehmen, die einer Rückforderung aufgrund einer Entscheidung der EU- Kommission zur Feststellung der Rechtswidrigkeit und Unvereinbarkeit einer Beihilfe mit dem Gemeinsamen Markt nicht Folge geleistet haben, werden gem. Art. 1 Abs. 4 Buchst. a) AGVO nicht gefördert. Ebenso nicht gefördert werden Unternehmen in Schwierigkeiten gemäß Art. 1 Abs. 4 Buchst. c) i.V.m. Art. 2 Ziff. 18 AGVO. Die Veröffentlichung der Bewilligung von Vorhaben erfolgt nach Maßgabe von Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang III AGVO. Nach Art. 9 Abs. 1c) AGVO ist spätestens ab dem 01.07.2016 jede Einzelbeihilfe über 500.000 Euro mit den in Anhang III genannten Informationen (u.a. Empfänger  und Beihilfehöhe) auf einer nationalen oder regionalen Website zu veröffentlichen.

 

2. FÖRDERUNG DER STOFF- UND PROJEKTENTWICKLUNG


2.1 Stoffentwicklung für fiktionale Kinofilme


2.1.1  Für die Entwicklung von Drehbüchern für fiktionale Kinofilme kann ein bedingt rückzahlbares, zinsloses Darlehen gewährt werden.


2.1.2  Antragsberechtigt sind Autoren und Produzenten. Autoren sind antragsberechtigt, wenn es sich um selbst entwickelte Stoffe oder um Stoffrechte handelt, an denen sie selbst die Verfilmungsrechte erworben haben. In Bayern ansässige Produzenten sind antragsberechtigt für Stoffe, die sie selbst entwickelt oder deren Verfilmungsrechte sie von Dritten erworben haben, sofern sie diese Stoffe selbst verfilmen wollen.


2.1.3  Dem Antrag ist ein Treatment mit mindestens einer ausgearbeiteten filmischen Dialogszene beizufügen, das einen qualitativ förderungswürdigen Film erwarten lässt. Im Antrag von Autoren ist anzugeben, mit welchem Produzenten das Filmvorhaben verwirklicht werden soll. Eine entsprechende Absichtserklärung  eines in Bayern ansässigen Produzenten ist beizufügen.


2.1.4  Das Darlehen soll im Einzelfall einen Betrag von 30.000 Euro nicht überschreiten. Es kann erhöht werden, falls der Autor bereits wenigstens zwei programmfüllende Kinofilme vorweisen kann oder ein besonders hoher Rechercheaufwand oder Kosten für eine dramaturgische Beratung/Betreuung nachgewiesen werden. Das Darlehen kann außerdem erhöht werden, wenn das Drehbuch zusätzlich Grundlage für die Schaffung einer multimedialen Storywelt sein soll.


2.1.5  Das Darlehen wird in zwei Raten ausgezahlt: 70 % nach Förderempfehlung des Vergabeausschusses, 30 % nach Vorlage des fertigen Drehbuchs. Die Gewährung der ersten Rate begründet keinen Anspruch auf Bewilligung der zweiten Rate. Über die Förderungsempfehlung dem Grunde nach entscheidet der Vergabeausschuss, über die Auszahlung der zweiten Rate sowie über die Förderung einer dramaturgischen Beratung die Geschäftsführung, die dem Vergabeausschuss hierüber berichtet.


2.1.6  Die Abgabefrist für das fertige Drehbuch beträgt neun Monate ab Auszahlung der ersten Rate. In begründeten Ausnahmefällen kann die Geschäftsführung auf Antrag die Abgabefrist verlängern; der Antrag muss vor Fristablauf eingehen. Ist der Förderempfänger Autor, verpflichtet er sich, das Drehbuch dem im Antrag genannten oder einem anderen in Bayern ansässigen Produzenten zur Herstellung eines Kinofilms anzubieten. Der Film soll nach Möglichkeit in Bayern hergestellt werden.


2.1.7  Durch die Förderung des Drehbuchs entsteht kein Rechtsanspruch auf die Förderung eines Filmvorhabens, dem das geförderte Drehbuch zugrunde liegt.


2.1.8  Verwertet der Zuwendungsempfänger das Drehbuch, ist er verpflichtet, die Hälfte des Verwertungserlöses, höchstens aber das ausbezahlte Darlehen zurückzuzahlen. Verfilmt der Zuwendungsempfänger das Drehbuch selbst, ist die komplette Drehbuchförderung bei Drehbeginn zurückzuzahlen. Nicht als Verwertungserlös gelten Honorare für die Fortentwicklung des Drehbuchs bis zu einer Höhe von 50 % der Fördersumme. Die Rückzahlungsverpflichtung endet fünf Jahre nach Zahlung der letzten Darlehensrate.


2.2 Stoffentwicklung für international vermarktbare Serien


2.2.1  Für die Stoffentwicklung für international vermarktbare Serien, die auf mindestens sechs fortlaufende Episoden mit einer Spieldauer von mindestens 40 Minuten pro Episode (für Kinder- und Jugendanimationsserien von mindestens 10 Minuten) angelegt sind, kann ein bedingt rückzahlbares, zinsloses Darlehen bis zu 30.000 Euro gewährt werden.


2.2.2  Dem Antrag sind ein Serienkonzept, ein Treatment für die erste Episode mit mindestens einer ausgearbeiteten filmischen Dialogszene sowie Ideen für die weiteren Episoden beizufügen.


2.2.3  Für die Auszahlung der zweiten Rate sind das fertige Drehbuch für die erste  Episode sowie die Outlines für die weiteren Episoden vorzulegen. Im Übrigen  gelten Ziff. 2.1.2 bis 2.1.8 entsprechend.


2.3  Stoffentwicklung für dokumentarische Kinofilme


2.3.1  Für die Entwicklung von verfilmbaren Drehvorlagen für aufwändige dokumen tarische Kinofilme einschließlich Recherche kann ein bedingt rückzahlbares, zinsloses Darlehen bis zu 20.000 Euro gewährt werden.


2.3.2  Dem Antrag sind ein aussagekräftiges Exposé und ein Konzept für die filmische Umsetzung beizufügen.

2.3.3  Für die Auszahlung der zweiten Rate ist eine verfilmbare Drehvorlage inklusive Rechercheergebnisse vorzulegen. Im Übrigen gelten Ziff. 2.1.2 bis 2.1.8 entsprechend.


2.4 Projektentwicklung


2.4.1  Für die Entwicklung von Kino- oder Fernsehfilmen und Serien (einschließlich damit verbundener zusätzlicher innovativer digitaler Erzählformen) kann eine Förderung gewährt werden. Antragsberechtigt sind Produzenten.


2.4.2  Die Förderung wird als bedingt rückzahlbares, zinsloses Darlehen gewährt. Das Darlehen kann bis zu 70 % der kalkulierten Projektentwicklungskosten, bei Kino- und Fernsehfilmen höchstens jedoch 100.000 Euro je Vorhaben, bei Serien höchs tens 150.000 Euro je Vorhaben betragen. Der Antragsteller hat einen angemessenen Eigenanteil zu erbringen. Der Förderungsbetrag soll soweit wie möglich in Bayern verwendet werden. Bei Fernsehvorhaben werden Produzentenhonorar und kalkulierter Gewinn nicht als Projektentwicklungskosten anerkannt.


2.4.3  Dem Antrag sind ein Drehbuch bzw. bei Serien ein Serienkonzept, ein Drehbuch für die erste Episode und Outlines für die weiteren Episoden und bei Dokumentarfilmen eine verfilmbare Drehvorlage sowie die Kalkulation der Produktionsvorbereitungskosten und ein Realisierungskonzept beizufügen.


2.4.4  Wird der Fördervertrag nicht spätestens sechs Monate nach Förderempfehlung rechtsverbindlich abgeschlossen, erlischt die Förderempfehlung. Zwölf Monate nach Vertragsunterzeichnung ist der Geschäftsführung ein Schlussbericht über die Projektentwicklungsmaßnahme vorzulegen. In begründeten Ausnahmefällen kann die Geschäftsführung auf Antrag diese Frist verlängern; der Antrag muss vor Fristablauf eingehen.


2.4.5  Das Darlehen wird in folgenden Raten ausgezahlt: 50 % nach Förderempfehlung  des Vergabeausschusses, 25 % nach Projektfortschritt und 25 % nach Vorlage des Schlussberichts. Das Darlehen ist bei Drehbeginn oder Veräußerung von Rechten an dem geförderten Stoff zurückzuzahlen. Die Rückzahlungspflicht endet fünf Jahre nach Auszahlung der letzten Rate. Wird für das Vorhaben Produktionsförderung gewährt, wird das Darlehen hierauf angerechnet.


2.4.6  Durch die Förderung der Projektentwicklung entsteht kein Rechtsanspruch auf weitere Förderung.

 

3.  FÖRDERUNG DER HERSTELLUNG VON KINO- ODER FERNSEHFILMEN  UND -SERIEN


3.1  Zur Herstellung von Kino- oder Fernsehfilmen und -serien (einschließlich damit verbundener zusätzlicher innovativer digitaler Erzählformen) können bedingt rückzahlbare und verzinsliche Darlehen gewährt werden. Die Auszahlung der Darlehen erfolgt in Raten entsprechend dem nachgewiesenen Projektfortschritt. Die Verzinsung endet nach Ablauf des 18. Monats ab deutscher Erstaufführung des geförderten Films. Antragsberechtigt sind Produzenten mit Sitz, Niederlassung oder Betriebsstätte in Deutschland.


3.2  Die Herstellung von Kinofilmen kann bis zu 30 % der zuwendungsfähigen Herstellungskosten gemäß Ziff. 1.3.3 und 1.3.4, höchstens aber mit 2 Millionen Euro gefördert werden, wenn für den Produzenten die Refinanzierung des Förderanteils auf dem nationalen und internationalen Markt möglich erscheint. Der Kinofilm muss programmfüllend sein. Als programmfüllend gilt eine Vorführdauer von mindestens 79 Minuten, bei Dokumentar-, Kinder- oder Jugendfilmen von mindestens 59 Minuten.


3.3  Die Herstellung von Fernsehfilmen kann bis zu 30 % der zuwendungsfähigen Herstellungskosten gemäß Ziff. 1.3.3 und 1.3.4 gefördert werden, wenn für den Produzenten die Refinanzierung des Förderanteils auf dem nationalen und internationalen Markt möglich erscheint oder wenn die Förderung eine langfristige Produktion von Reihen oder ähnliches in Bayern erwarten lässt. Die Förderung beträgt bei Einzelvorhaben höchstens 600.000 Euro. Die Kostenbeteiligung des oder der Sender(s) soll in der Regel 60 % betragen.


3.4  Die Herstellung von Fernsehserien kann bis zu 30 % der zuwendungsfähigen Herstellungskosten gemäß Ziff. 1.3.3 und 1.3.4 gefördert werden, wenn für den Produzenten die Refinanzierung des Förderanteils auf dem nationalen und internationalen Markt möglich erscheint oder wenn die Förderung eine langfristige Produktion von Serien in Bayern erwarten lässt. Fernsehserien können höchstens mit 1 Million Euro gefördert werden. Die Kostenbeteiligung des oder der Sender(s) soll in der Regel 60 % betragen.

3.5 Zur besonderen Nachwuchsförderung sind folgende Maßnahmen möglich:


3.5.1  Abschlussfilme von Studenten der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) und der Hochschule Macromedia in München (Macromedia) können  mit einem Gesamtbetrag von bis zu 600.000 Euro pro Jahr gefördert werden. Die Förderung kann entweder als Zuschuss oder als erfolgsbedingt rückzahlbares Darlehen erfolgen. Abschlussfilme müssen nicht programmfüllend sein. Dem Antrag ist eine Bestätigung der Hochschule beizufügen. Eine Antragstellung kann in Ausnahmefällen durch die Hochschule selbst erfolgen.


3.5.2  Erstlingsfilme von Absolventen der HFF und der Macromedia können mit einem Gesamtbetrag von bis zu 850.000 Euro pro Jahr gefördert werden. Die Förderung kann entweder als Zuschuss oder als erfolgsbedingt rückzahlbares Darlehen erfolgen. Der Antrag zur Förderung eines Erstlingsfilms kann nur innerhalb von fünf Jahren nach Studienabschluss gestellt werden. Erstlingsfilme müssen nicht programmfüllend sein. Dem Antrag ist das Abschlusszeugnis der Hochschule beizufügen.


3.5.3  Im Übrigen können besonders förderungswürdige Vorhaben von branchenerfahrenen Nachwuchskräften mit einem Gesamtbetrag von bis zu 250.000 Euro pro Jahr gefördert werden. Die Förderung kann entweder als Zuschuss oder als erfolgsbedingt rückzahlbares Darlehen erfolgen. Andere Nachwuchsfilme müssen nicht programmfüllend sein. Eine Förderung von Schülern, Studenten sowie Absolventen der HFF oder der Macromedia ist ausgeschlossen. Für Animationsprojekte kann die Geschäftsführung eine abweichende Regelung vorsehen.


3.5.4  Die in Ziff. 3.5.1 bis 3.5.3 genannten Förderbeträge sind gegenseitig deckungsfähig.


3.6  Der Antragsteller hat entsprechend seiner Vermögens-, Liquiditäts- und Ertragslage bei der Finanzierung einen angemessenen Eigenanteil zu erbringen. Der Eigenanteil kann in Form von Eigenmitteln, von rückgestellten Eigenleistungen und rückgestellten Leistungen Dritter, von Verleih- und Vertriebsgarantien sowie Fernseh- und Home-Entertainment-Beteiligungen und Lizenzen, soweit sie während der Herstellung des Films eingebracht werden, erbracht werden. Als Eigenmittel zählen eigene Mittel des Herstellers sowie Fremdmittel, die dem Hersteller darlehensweise mit unbedingter Rückzahlungspflicht überlassen werden (z. B. Bankkredite) und partiarische Darlehen (z. B. Crowdinvesting, Crowdfunding, Bayerischer Bankenfonds). Die Eigenmittel sollen mindestens 2,5 % betragen. Rückgestellte Eigenleistungen können zusätzlich bis höchstens 10 % der Herstellungskosten mit dem marktüblichen Geldwert als Finanzierungsbaustein eingesetzt werden. Zu den Eigenleistungen zählen auch die markt üblichen Honorare des Herstellers, wenn er sich als Herstellungsleiter oder Regisseur oder Hauptdarsteller oder Kameramann bei dem Filmvorhaben betätigt. Bei Kinofilmen kann ein Produzentenhonorar mit bis zu 2,5 % der Herstellungskosten auf die Eigenleistungen angerechnet werden. Bei Fernseh filmen und -serien kann ein angemessener Gewinn kalkuliert werden. Nicht auf den Eigenanteil angerechnet werden Filmförderungsmittel und Preisgelder, soweit diese projektgebunden gewährt werden.


3.7  Den Anträgen sind ein Drehbuch, eine Stab- und Besetzungsliste, eine Kalkulation und ein Finanzierungsplan beizugeben. Den Antragsunterlagen ist außerdem ein detailliertes Auswertungskonzept beizufügen. Die Förderung von Kinofilmen kann in der Regel nur dann erfolgen, wenn ein rechtswirksamer Verleihvertrag vorgelegt wird. Bei Fernsehfilmen und -serien muss ein Vertrag mit einem Fernsehveranstalter über die Ausstrahlung des Films oder der Serie vorgelegt werden. Sofern kein Sendervertrag abgeschlossen wurde, ist ein von beiden Parteien unterzeichnetes Eckdatenpapier oder Dealmemo vorzulegen, aus dem sich die Höhe der finanziellen Senderbeteiligung und die Aufteilung der Verwertungsrechte, insbesondere die Lizenzzeit und das Lizenzgebiet für den Sender, ergeben. Aus den Verträgen müssen die dem Produzenten verbleibenden Verwertungsrechte zweifelsfrei erkennbar sein. Ausnahmen sind bei einem überdurchschnittlich hohen Eigenanteil des Produzenten sowie im Bereich der Nachwuchsförderung nach Ziff. 3.5 möglich.


3.8  Mindestens 150 % des gewährten Darlehensbetrags soll in Bayern Verwendung finden (Bayerneffekt). Wird im Förderantrag ein höherer Bayerneffekt angegeben, muss dieser auch tatsächlich erbracht werden.


3.9  Bei der Herstellung des Films soll der Antragsteller in angemessenem Umfang die filmberufliche Aus- und Weiterbildung gewährleisten.


3.10  Die Förderungsempfehlung erlischt, wenn die Gesamtfinanzierung nicht neun Monate nach Bekanntgabe der Entscheidung des Vergabeausschusses nachgewiesen wird. Sie erlischt ferner, wenn mit den Dreharbeiten nicht zwölf Monate nach Bekanntgabe der Entscheidung des Vergabeausschusses begonnen wird. In begründeten Ausnahmefällen kann die Geschäftsführung auf Antrag die Fristen nach Satz 1 verlängern. Der Antrag muss vor Fristablauf eingehen. Will sie dem Antrag nicht stattgeben, befasst sie den Vergabeausschuss.


3.11  Das Darlehen ist aus den in- und ausländischen Verwertungserlösen des geförderten Films zu tilgen. Nach vorrangiger Rückführung des anerkannten Produzenten vorrangs sind für die Tilgung des Darlehens 50 % der dem Antragsteller aus der Verwertung des Films zufließenden Erlöse zu verwenden. Es gilt der im Vertrag festgelegte Vorrang. Wird mit einer anderen an dem Projekt beteiligten Fördereinrichtung ein niedrigerer Vorrang und/oder ein Rückzahlungskorridor vereinbart, gelten diese auch für das Darlehen nach dieser Richtlinie. Ist der Film von mehreren Fördereinrichtungen gefördert worden, soll die Rückzahlung entsprechend den jeweiligen Förderanteilen erfolgen. In diesem Fall gilt die 50 %-Regelung des Satz 2 für den auf Bayern entfallenden Anteil. Die Rückführungspflicht endet in der Regel bei Kinofilmen zehn Jahre nach Erstaufführung des Films, bei Fernsehfilmen und -serien zehn Jahre nach der ersten Ausstrahlung. Bei Projekten, die in Hinblick auf die Rechtesituation des Produzenten eine längere Auswertungszeit erwarten lassen, kann die Rückzahlungsfrist entsprechend verlängert werden. Für die Rückzahlung von Förderdarlehen nach Ziff. 3.3 und 3.4 ist ein angemessener Rückzahlungskorridor für alle Erlöse vorzusehen.


3.12  Der Antragsteller kann innerhalb einer Frist von drei Jahren ab Rückzahlung der ersten Darlehensrate ein neues Darlehen für die Stoff- und Projektentwicklung oder für die Produktion in Höhe des zurückgezahlten Kapitalbetrags (Tilgung und Zinsen) beantragen (Erfolgsdarlehen). Das Erfolgsdarlehen ist ihm zu gewähren, wenn das neue Vorhaben einen nach den Kriterien von Qualität und Wirtschaftlichkeit förderungswürdigen Film erwarten lässt. Es soll in vollem Umfang in Bayern Verwendung finden. Die Empfehlung zur Gewährung des Erfolgsdarlehens spricht die Geschäftsführung aus. Neben dem Erfolgsdarlehen ist eine Projektförderung durch den Vergabeausschuss möglich. Keine Erfolgsdarlehen werden für die Tilgung von Darlehen aus zweckgebundenen Sondermitteln gewährt.


3.13  Die Premiere geförderter Filme soll in Bayern stattfinden. Die Geschäftsführung kann hiervon Ausnahmen zulassen, falls die in Bayern in Anspruch genommene Länderförderung hinter einer anderen in Anspruch genommenen Länderförderung zurückbleibt.


3.14  Geförderte Kinofilme dürfen nicht vor Ablauf von einem Jahr nach Beginn der üblichen regulären Auswertung in Kinos im deutschsprachigen Raum zur Auswertung im Fernsehen freigegeben werden. Die Geschäftsführung kann auf Antrag des Produzenten diese Frist verkürzen.


3.15  Bei Kinofilmen ist vor Auszahlung der Schlussrate dem Bundesarchiv eine archivfähige Kopie des geförderten Films für Archivierungszwecke kostenlos zur Verfügung zu stellen. Bei allen nach Ziff. 3. geförderten Filmen ist dem FFF Bayern eine Beleg-DVD oder -Blu-ray kostenlos zu überlassen.


3.16  Im Vorspann oder im Abspann von nach diesen Richtlinien geförderten Filmen ist auf die Förderung durch den FFF Bayern deutlich hinzuweisen.

 

4.  FÖRDERUNG VON ANDEREN INNOVATIVEN AUDIOVISUELLEN  VORHABEN UND IMMERSIVEN AUDIOVISUELLEN INHALTEN


4.1  Zur Stärkung des Kreativpotentials der Film- und Medienwirtschaft und der Entwicklung einer vielfältigen Kulturlandschaft am Medienstandort Bayern soll Produzenten und Filmemachern die Möglichkeit gegeben werden, inhaltlich neue Wege bei gleichzeitig besonderer Qualität zu gehen. Aus diesem Grund können andere innovative audiovisuelle Vorhaben, die für eine alternative, in der Regel non-lineare Rezeption bestimmt sind (z. B. Webserien), sowie immersive audiovisuelle Inhalte (z. B. 360-Grad-Videos und Virtual Reality Projekte) wie folgt gefördert werden:


4.1.1  Für die Herstellung von Webserien kann ein bedingt rückzahlbares und verzinsliches Darlehen gewährt werden. Das Darlehen kann bis zu 60 % der Herstellungskosten, höchstens jedoch bis zu 50.000 Euro je Vorhaben betragen. Der Antragsteller hat einen angemessenen Eigenanteil zu erbringen, davon sollen die Eigenmittel mindestens 2,5 % betragen. Der Förderungsbetrag soll vollumfänglich in Bayern ausgegeben werden.


4.1.2  Für Virtual Reality Formate wie VR-Experiences und 360-Grad-Videos gilt Folgendes:


 –  Für die Projektentwicklung von VR-Formaten kann ein bedingt rückzahlbares, zinsloses Darlehen gewährt werden. Das Darlehen kann bis zu 70 % der Projektentwicklungskosten, höchstens jedoch 25.000 Euro je Vorhaben betragen. Der Antragsteller hat einen angemessenen Eigenanteil zu erbringen. Der Förderungsbetrag soll soweit wie möglich in Bayern verwendet werden.


 –  Für die Herstellung von VR-Formaten kann ein bedingt rückzahlbares und verzinsliches Darlehen gewährt werden. Das Darlehen kann bis zu 60 % der Herstellungskosten, höchstens jedoch bis zu 75.000 Euro je Vorhaben betragen. Der Antragsteller hat einen angemessenen Eigenanteil zu erbringen, davon sollen die Eigenmittel mindestens 2,5 % betragen. Der Förderungsbetrag soll vollumfänglich in Bayern ausgegeben werden.


4.2  Für Darlehen nach Ziff. 4.1.1 und 4.1.2 zweiter Spiegelstrich erfolgt die Auszahlung in Raten entsprechend dem Projektfortschritt. Im Übrigen gelten Ziff. 3.10, 3.11, 3.12, 3.15 und 3.16 entsprechend.


4.3  Für die Ziff. 4.1.2. erster Spiegelstrich gelten Ziff. 2.4.4 bis 2.4.6 entsprechend.

 

5. FÖRDERUNG VON VERLEIH UND VERTRIEB


5.1  Zum Verleih und Vertrieb insbesondere von in Bayern geförderten programmfüllenden Kinofilmen kann Verleih- und Vertriebsgesellschaften ein bedingt rückzahlbares und verzinsliches Darlehen gewährt werden.


5.2  Das Darlehen kann bis zu 50 % der nachgewiesenen Verleihvorkosten oder Vertriebskosten betragen, höchstens jedoch 205.000 Euro. Wird die Verleih- oder Vertriebsmaßnahme von mehreren Förderinstitutionen gefördert, soll die Förderung insgesamt nicht mehr als 50 % betragen. Bei Verleih- oder Vertriebsprojekten im Sinne der Ziff. 1.3.10 Satz 3 ist eine Überschreitung der 50 %- Grenze für die kumulierte Förderung möglich. In diesen Fällen kann statt eines Darlehens auch ein Zuschuss gewährt werden.


5.3  Mindestens der gewährte Darlehensbetrag soll in Bayern Verwendung finden. Ziff. 3.8 Satz 2 gilt entsprechend.


5.4  Die ausgereichten Darlehen sind aus den dem Antragsteller zustehenden Verwertungserlösen des Films nach Abdeckung der im Darlehensvertrag ausgewiesenen, nicht aus Fördermitteln finanzierten Verleihvorkosten oder Vertriebskosten sowie Verleih- und Vertriebsgarantien zu tilgen. Die Haftung des Antragstellers ist auf die Verwertungserlöse des geförderten Films beschränkt. Die Rückzahlungsverpflichtung endet fünf Jahre, die Verzinsung 18 Monate nach deutscher Erstaufführung oder fünf Jahre nach erstmaliger Verwertung in einem anderen Medium in Deutschland. Antragsteller, die das Darlehen voll zurückgezahlt haben, können bei dem nächsten Vorhaben auch über den Höchstbetrag der Ziff. 5.2 hinaus gefördert werden.


5.5  Um bestehende Märkte für bayerische Produzenten zu erweitern und neue zu erschließen, können im Rahmen der Verleih- und Vertriebsförderung für geeignete Vorhaben Zuschüsse gewährt werden (z. B. für Werbemaßnahmen im Zusammenhang mit Oscar- oder Golden-Globe-Nominierungen oder für die Teilnahme an international anerkannten Festivals).


5.6  Die Ziff. 3.13, 3.14 und 3.16 gelten entsprechend. Auf Verlangen ist dem FFF Bayern eine Beleg-DVD oder -Blu-ray zu überlassen.

 

6. FÖRDERUNG VON KINOPROGRAMMEN UND -INVESTITIONEN


6.1  An bayerische gewerbliche Kinos, die während des abgelaufenen Jahres ein qualitativ herausragendes Filmprogramm mit angemessenem Anteil deutscher Filme und Kinderfilme (einschließlich Kurzfilme) vorgeführt haben, können Prämien nach Maßgabe eines vom Aufsichtsrat festzulegenden Förderrahmens vergeben werden.  
 
In Einzelfällen können zusätzlich besondere innovative Maßnahmen zur Strukturverbesserung und Kooperation bayerischer Kinos gefördert werden.


6.2  Investitionen von Betreibern in Bayern gelegener gewerblicher Kinos, die sich der freiwilligen Selbstkontrolle unterwerfen, können aus Haushaltsmitteln des Freistaats Bayern wie folgt gefördert werden.


6.2.1 Gefördert werden können:

–  Investitionen zur Modernisierung und Verbesserung von Kinos bis zu einer Investitionshöhe von 2,5 Millionen Euro. Überschreiten die Gesamtkosten (bauliche Maßnahmen, kinotechnische Gerätschaften und Einrichtungen) die Grenze von 2,5 Millionen Euro, können nur noch Investitionen in kinotechnische Gerätschaften und Einrichtungen als förderfähige Kosten anerkannt werden. Liegen die Investitionskosten auch für kinotechnische Gerätschaften und Einrichtungen über 2,5 Millionen Euro, ist das Vorhaben nicht förderfähig.

–  in Ausnahmefällen auch die Verlagerung bestehender Betriebe oder die Neuerrichtung von Betrieben.


Die mit der Zuwendung beschafften Gegenstände sind für die Dauer von fünf Jahren für den Zuwendungszweck gebunden.


6.2.2  Die Förderung erfolgt durch einen Zuschuss von bis zu 30 %, höchstens jedoch 100.000 Euro (bei Neuerrichtungen 250.000 Euro) der zuwendungsfähigen Kosten. Eigene Leistungen zählen nicht zu den zuwendungsfähigen Kosten.


6.2.3  Die Zuwendungen werden als Projektförderung im Wege der Anteilsfinanzierung gewährt.

Der Antragsteller hat entsprechend seiner Vermögens-, Liquiditäts- und Ertragslage für die Finanzierung in angemessenem Umfang Eigenmittel oder sonstige Fremdmittel einzusetzen. Antragsteller, bei denen im Hinblick auf die Vermögens- und Ertragslage oder die Höhe des Vorhabens die mögliche Finanzierungshilfe wirtschaftlich unerheblich ist, können nicht berücksichtigt werden. Maßnahmen, deren zuwendungsfähige Kosten 5.000 Euro nicht übersteigen, werden nicht gefördert.


6.2.4  Über die Empfehlungen nach Ziff. 6.2 entscheidet die Geschäftsführung im Rahmen der gesondert für diesen Zweck vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellten Fördermittel. Die Förderempfehlung erlischt, wenn mit dem Vorhaben nicht zwölf Monate nach ihrer Bekanntgabe begonnen wird. Als Beginn des Vorhabens gilt die erste Auftragserteilung. Der Zuschuss muss spätestens 18 Monate nach Bekanntgabe der Förderquote vollständig abgerufen worden sein, sonst verfällt der noch nicht abgerufene Zuschussbetrag.

 

7. SONSTIGE FÖRDERMASSNAHMEN


7.1  Für sonstige Fördermaßnahmen zur Pflege des Medienstandorts Bayern kann die Geschäftsführung nach Maßgabe eines vom Aufsichtsrat festzulegenden Förderrahmens Empfehlungen abgeben.


7.2  Aus Mitteln des Freistaats Bayern können bayerische Filmfestivals von überregionaler Bedeutung mit Zuschüssen gefördert werden. Über die Förderempfehlung entscheidet die Geschäftsführung nach Maßgabe der Fördergrundsätze im Benehmen mit dem Freistaat Bayern.

 

8. VERFAHREN


8.1  Die Darlehen, Zuschüsse und Prämien werden von der LfA Förderbank Bayern, Königinstraße 17, 80539 München auf Empfehlung der FFF Bayern GmbH, Sonnenstraße 21, 80331 München vergeben.


8.2  Förderung wird nur auf Antrag gewährt. Für die Anträge sind die beim FFF Bayern erhältlichen Formulare und das bereitgestellte Internetportal zu verwenden.


8.3  Anträge können grundsätzlich nur einmal dem Vergabeausschuss vorgelegt werden. Der FFF Bayern kann die Annahme von Anträgen verweigern, bei denen entscheidungsrelevante Unterlagen fehlen. Nimmt der FFF Bayern Anträge an, werden diese dem Vergabeausschuss zur Entscheidung vorgelegt.

 

8.4  Anträge sind zu den von der Geschäftsführung bekanntgegebenen Fristen einzureichen.

 

8.5 VERGABEAUSSCHUSS


8.5.1  Der Vergabeausschuss wird vom Aufsichtsrat des FFF Bayern nach Maßgabe seiner Satzung gewählt. Bei der Besetzung des Vergabeausschusses ist auf ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern zu achten. Den Vorsitz im Vergabeausschuss führt die Geschäftsführung des FFF Bayern.


8.5.2  Der Vergabeausschuss ist beschlussfähig, wenn wenigstens zwei Drittel seiner Mitglieder anwesend sind.


8.5.3  Empfehlungen des Vergabeausschusses bedürfen der Zustimmung von zwei Dritteln der anwesenden Mitglieder. Ausnahmeentscheidungen von diesen Richtlinien sind nur in besonders gelagerten Ausnahmefällen möglich, wenn alle anwesenden Mitglieder der Empfehlung zustimmen.


8.5.4   Die Ausschussmitglieder sind unabhängig und an Aufträge und Weisungen nicht gebunden. Sie sind zum Stillschweigen über den Inhalt der Antragsunterlagen, Beratungen und Empfehlungen verpflichtet. Mitglieder des Vergabeausschusses nehmen an Beratungen und Empfehlungen nicht teil, wenn sie selbst oder Angehörige vom Gegenstand der Beratung betroffen sind.


8.5.5  Der Vergabeausschuss spricht Empfehlungen zur Förderung im Einzelfall aus. Hinsichtlich des Gesamtumfangs seiner Empfehlungen ist er an die für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Mittel gebunden.


8.5.6  In unaufschiebbaren Fällen steht dem Geschäftsführer ein Eilentscheidungsrecht für Einzelempfehlungen zu. Der Geschäftsführer berichtet darüber in der nächsten Sitzung des Vergabeausschusses.


8.6  Nach Maßgabe der Empfehlungen der zuständigen Organe des FFF Bayern entscheidet die LfA über die Förderanträge und wickelt die Mittelvergabe ab. Dazu schließt sie mit dem Zuwendungsempfänger entsprechende Darlehens- oder Zuschussverträge ab. Der FFF Bayern gibt den Inhalt seiner Empfehlungen unmittelbar gegenüber den Antragstellen bekannt.

 

8.7   Bei Anträgen nach Ziff. 2.4, 3., 4. und 5., die der Vergabeausschuss zur Förderung empfohlen hat, prüft die LfA oder ein in Abstimmung mit dem FFF Bayern und dem Freistaat Bayern beauftragter Wirtschaftsprüfer die Kalkulation und den Finanzierungsplan. Ergeben sich aus der Prüfung Bedenken gegen die Kalkulation oder den Finanzierungsplan, so leitet die LfA den Antrag nochmals dem FFF Bayern zur Beschlussfassung zu.


8.8   Für die Vergabe von Produktionsfördermittel für internationale Koproduktionen kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Sonderausschuss gebildet werden, der kurzfristig – spätestens vier Wochen nach Eingang des vollständigen Antrags – einberufen werden soll. Die Unterlagen für diesen Sonderausschuss können auch in englischer Sprache eingereicht werden.


8.9  Für die Vergabe von Fördermitteln für andere innovative audiovisuelle Vorhaben und immersive audiovisuelle Inhalte kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Sonderausschuss gebildet werden.

 

9. SICHERHEITEN


Die von der LfA gewährten Darlehen für die Produktion, den Verleih und den Auslandsvertrieb sind in geeigneter Weise abzusichern. Die Darlehensnehmer haben dabei der LfA oder dem von dieser beauftragten Treuhänder hinsichtlich des jeweils geförderten Films nach Maßgabe eines besonderen Sicherungsvertrages Sicherungsrechte an den Verwertungsrechten gemäß §§ 15 ff. Urheberrechtsgesetz einzuräumen oder Ansprüche aus den im Rahmen der Verwertung des Films abgeschlossene Verträgen, insbesondere die Ansprüche auf die den Darlehensnehmern zustehenden Verwertungserlöse, zu übertragen; daneben sind die Ansprüche aus Versicherungsverträgen abzutreten.

 

10. VERWENDUNGSNACHWEIS


Der Verwendungsnachweis für die ausgereichten Darlehen oder Zuwendungen ist gegenüber der LfA oder dem von ihr beauftragten Treuhänder zu führen, die auch die zweckentsprechende Verwendung überwachen. Bei Mehrfachförderungen kann die LfA mit anderen Fördereinrichtungen eine gemeinsame Prüfung vereinbaren.

 

11.  KOSTEN
 

Die Darlehens- und Zuschussnehmer haben eine Prüfungsgebühr zu entrichten, deren Höhe im Einvernehmen zwischen LfA, FFF Bayern und dem Freistaat Bayern festgelegt wird.

 

12. HINWEIS


Die Angaben im Antrag sowie in den dazu eingereichten ergänzenden Unterlagen sind subventionserheblich im Sinne des § 264 des Strafgesetzbuches in Verbindung mit § 2 des Subventionsgesetzes vom 29. Juli 1976 (BGBl I S. 2037) und Art. 1 des Bayerischen Subventionsgesetzes vom 23. Dezember 1976 (GVBl S. 586).


Der Freistaat Bayern gewährt seine Mittel nach Maßgabe der allgemeinen haushaltsrechtlichen Bestimmungen, insbesondere der Art. 23 und 44 BayHO und der dazu erlassenen Verwaltungsvorschriften. Die maßgeblichen Bestimmungen werden – soweit in diesen Richtlinien keine abweichenden Regelungen enthalten sind und nicht vorrangig Sonderregelungen des Filmfördergesetzes zum Tragen kommen – sinngemäß in die Verträge der LfA mit den Zuwendungsempfängern aufgenommen. Insbesondere die Übernahme von Nr. 3 ANBest-P ist hiervon ausgenommen.


Eine Förderung nach diesen Richtlinien ist ausgeschlossen, soweit eine Förderung aus anderen Mitteln des Freistaates Bayern erfolgt.


Der Bayerische Oberste Rechnungshof ist berechtigt, bei den Zuwendungsempfängern zu prüfen.

 

13. INKRAFTTRETEN

 

Diese Richtlinien treten am 01.01.2019 in Kraft. Sie gelten bis zum 31.12.2021.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesen Richtlinien darauf verzichtet, geschlechterspezifische Formulierungen zu verwenden. Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich in gleicher Weise auf alle Geschlechter.

FFF Richtlinien

Richtlinien der Bayerischen Film- und Fernsehförderung ab 1.1.2019 (deutsch/englisch)

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