Erstmals wird das FFF Gender Incentive bei einem neuen Filmprojekt wirksam: Die Münchner Produktionsfirma BerghausWöbke Filmproduktion bringt es in die Stoffentwicklung von Windstärke 17 ein – dem Nachfolgeprojekt des geförderten Kinofilms 22 Bahnen. Beide Stoffe sind Verfilmungen der gleichnamigen Romane von Caroline Wahl, die seit Monaten an der Spitze der Bestseller-Listen stehen.
Vor zwei Jahren führte der FFF Bayern als Anreizsystem ein neues Förderinstrument ein: Produktionsfirmen können sich seitdem für ein Gender Incentive qualifizieren und es bei Folgeprojekten einsetzen.
Die Münchner Firma BerghausWöbke Filmproduktion hatte sich mit dem geförderten Projekt 22 Bahnen für ein Gender Incentive qualifiziert. Der FFF Bayern förderte die Produktion im Mai 2024 mit insgesamt 500.000 Euro. Voraussetzung für eine Qualifikation ist, dass mindestens zwei der drei Positionen Produktion, Drehbuch und Regie weiblich oder divers besetzt sind. Bei 22 Bahnen war dies der Fall: Als ausführende Produzentin fungiert Anna Eigl, für das Drehbuch ist Elena Hell verantwortlich, und die Regie hat Mia Maariel Meyer übernommen.
BerghausWöbke bringt das Gender Incentive nun in das Projekt Windstärke 17 ein. Basierend auf der literarischen Vorlage von Caroline Wahl handelt es sich bei der neuen Verfilmung um die Weitererzählung der Geschichte von Ida aus 22 Bahnen. Wieder sind die drei Positionen weiblich besetzt: Anna Eigl wirkt erneut als ausführende Produzentin, Drehbuch und Regie übernimmt Mia Maariel Meyer.
Der FFF Bayern fördert die Stoffentwicklung von Windstärke 17 durch die Einbringung des Gender Incentive mit 30.000 Euro.
Seit der Einführung des Förderinstruments haben sich 38 Projekte für ein Gender Incentive qualifiziert, davon 25 im Bereich Produktion Kinofilm und neun im Bereich Produktion Fernsehfilm und -serie. Mit der fortgeschriebenen Richtlinie hat der FFF Bayern das Verfahren weiterentwickelt: Seit Januar 2025 können sich auch Debütfilmprojekte qualifizieren. Neben weiblichen Besetzungen in den Bereichen Produktion, Drehbuch und Regie werden nun auch non-binäre Filmschaffende berücksichtigt. Vier Debütfilmprojekte haben sich in diesem Jahr qualifizieren können.
Der FFF Bayern hat das Gender Incentive im Sommer 2023 eingeführt, um ein Anreizsystem für eine nachhaltige und effektive Förderung von Geschlechtervielfalt in der Filmbranche zu schaffen. Ziel ist es, langfristig in bedeutenden Positionen hinter der Kamera, die immer noch überproportional von Männern besetzt sind, mehr Sichtweisen von Frauen und non-binären Filmschaffenden einzubringen.
Alle Informationen sind hier zu finden.
Produzentin Anna Eigl: “Es ist toll, dass mit dem Gender Incentive des FFF Bayern nun ein Förderinstrument existiert, das dazu beiträgt, Frauen in den zentralen Head-Of Positionen von Projekten zu stärken und die nach wie vor erhebliche Ungleichheit in unserer Branche weiter abzubauen. Besonders freut es mich, dass wir dieses Incentive für unser wunderbares Projekt Windstärke 17 einsetzen und damit in die Entwicklung starten können.”
FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein: „Das FFF Gender Incentive wirkt. Fast vierzig Projekte haben sich in zwei Jahren qualifiziert – und laufend kommen neue hinzu. Wir erweitern damit die Chancen, mehr Vielfalt in den Perspektiven und den Geschichten zu ermöglichen. Wir freuen uns auf den Kinostart von 22 Bahnen und sind gespannt auf die Folgeprojekte der weiteren qualifizierten Fördernehmer*innen!“
22 Bahnen startet am 4. September 2025 im Verleih von Constantin Film in den Kinos. Der Vergabeausschuss des FFF Bayern hat auch die Herausbringung zur Förderung empfohlen.