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FFF fördert 28 neue Projekte mit 4,7 Mio. Euro und den Verleih von Kinofilmen in voller Höhe

Alle gestern geförderten Projekte finden Sie hier.

Arthouse, Family Entertainment, Literaturverfilmungen Dokumentarfilme, Comedy, Thriller-Serien und hybride Formen für Kino, TV und Plattformen: Die gestern vom FFF Vergabeausschuss empfohlenen Projekte decken eine große Bandbreite ab. Unter den Kinofilmen sind die Verfilmung des zweiten Bandes von Die Schule der magischen Tiere, der neue Film von Alireza Golafshan und ein Beitrag von Julia von Heinz für ein europäisch-dokumentarisches Gemeinschaftswerk mit Geschichten aus der Zeit der Corona-Pandemie. Weitere Dokumentarfilme handeln vom Architekten Sep Ruf, selbstbewussten Frauen in Saudi-Arabien, der Grenze der Tschechoslowakei zum Westen während des Kalten Krieges und Petra Kelly als Vorreiterin der Klimabewegung von heute. Die Anträge auf Verleihförderung hat der Ausschuss vollumfänglich bewilligt, um die Herausbringung von Kinofilmen in diesen Zeiten so intensiv wie möglich zu unterstützen.

Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach: "Die Corona-Krise trifft auch die bayerische Filmproduktion hart. Trotzdem sind hier weiter sehr spannende Projekte am Start. Bei Europe C-19 etwa wird die Krise selbst zum Thema, erzählt aus sechs verschiedenen Perspektiven. Es freut mich, dass wir gerade in diesen schwierigen Zeiten kreative Projekte in Bayern unterstützen können. Denn wir brauchen attraktive Angebote, damit die Kinos gut aus dieser Krise herauskommen.“

 
 

Produktionsförderung Kinofilm

Mit 2,7 Mio. Euro fördert der FFF Bayern die Produktion von sechs Kinofilmen.

Die Höchstsumme von 900.000 Euro, in der 200.000 Euro Erfolgsdarlehen enthalten sind, geht an JGA von Alireza Golafshan. Nach dem Erfolg des Debütfilms Die Goldfische realisiert die Wiedemann & Berg Filmproduktion den nächsten Film mit dem jungen Drehbuch- und Regiestar. In der Komödie treffen zufällig ein Junggesellinnenabschied und ein Junggesellenabschied auf Ibiza aufeinander. Es könnte ein lustiges Wochenende für die Singles werden, wäre der Bräutigam nicht der Ex-Freund der Braut, deren bevorstehende Hochzeit wiederum nur ein Fake ist. Die Dreharbeiten finden in Bayern und auf Ibiza statt.

Kordes & Kordes Film Süd verfilmt mit 800.000 Euro FFF Förderung das zweite Buch der berühmten Reihe Die Schule der magischen Tiere von Margit Auer. Die erste Verfilmung, die der FFF ebenfalls förderte, wurde zum Teil im Münchner Rathaus gedreht und startet voraussichtlich Ende November im Verleih von Leonine in den Kinos. Den zweiten Film inszeniert abermals der in München lebende Regisseur Gregor Schnitzler,das Drehbuch stammt von der Autorin Viola Maria Schmidt, die in diesem Jahr ihren Abschluss in der Abteilung Drehbuch an der HFF München gemacht hat.

Adrian Goiginger wird als Autor und Regisseur seinen zweiten Kinofilm schreiben und inszenieren. Nach dem vielbeachteten und preisgekrönten Debütfilm Die Beste aller Welten wird er mit Der Fuchs einen Arthouse Film über die außergewöhnliche Freundschaft zwischen einem jungen introvertierten Soldaten und einem verwundeten Fuchswelpen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges vorlegen. Die Münchner Produktionsfirma Geißendörfer Pictures wird das Projekt mit 450.000 Euro FFF Förderung realisieren.

Die Münchner Maze Pictures ist beteiligt an einer in internationaler Zusammenarbeit entstehenden Anthologie: In Europe C-19 dokumentieren sechs Regisseurinnen und Regisseure lokale Dramen und Reaktionen auf die Corona-Pandemie. Die einzelnen Perspektiven dienen als Teile eines einheitlichen Projekts und als Symbol eines vereinten Europa. Der FFF fördert mit 75.000 Euro den Part der Filmemacherin Julia von Heinz.

 
 
 
 

Produktionsförderung TV-Film/-Serie

Drei Projekte für das Fernsehen unterstützt der FFF Bayern mit insgesamt 740.000 Euro: eine Serie, einen Event-Zweiteiler und einen Dokumentarfilm.

Die Münchner Produktionsfirma W&B Television arbeitet an einem neuen Serienprojekt für Joyn und ProSiebenSat.1: In 6x45 Minuten zeigt der Thriller was passiert, wenn in ganz Europa der Storm ausfällt. Blackout heißt die Serie und wird inszeniert von Oliver Rihs und Lancelot von Naso, der auch das Drehbuch gemeinsam mit Kai Uwe Hasenheit verfasst hat. Während Regierung und Behörden mit den Auswirkungen des Blackouts kämpfen, gerät Pierre Manzano in den Fokus der Ermittler: Der Ex-Umweltaktivist und Hacker muss sich der Frage stellen, ob er selbst an der Katastrophe schuld sein könnte. 

Als Event-Zweiteiler wird Zeitsprung Pictures mit ARD Degeto/ WDR und SWR Das Weiße Haus am Rhein produzieren. Inspiriert von wahren Begebenheiten, dient die Geschichte des Hotel Dreesen in Bad Godesberg im Zeitraum von 1918 bis 1938 als Metapher für die Entstehung Europas. Regie führt Thorsten M. Schmidt nach einem Drehbuch von Dirk Kämper.

 
 
 
 

Produktionsförderung Nachwuchsfilm

Drei Nachwuchsfilme fördert der FFF Bayern mit insgesamt 275.000 Euro: einen Debütfilm und zwei Abschlussfilme.

Nach dem weltweit vielbeachteten Film The Poetess (gemeinsam mit Andy Wolff) macht Autorin und Regisseurin Stefanie Brockhaus nun ihren Debütfilm und begibt sich dafür wieder nach Saudi Arabien: Der Dokumentarfilm Driving Force erzählt von drei jungen Frauen in Saudi-Arabien, die trotz aller familiärer und gesellschaftlicher Widerstände ihren Traum von individueller Freiheit und Selbstbestimmung verwirklichen wollen. Die Firma Ventana-Film wird den Film mit 100.000 Euro FFF Förderung produzieren.

Sabine Koder wird als Autorin und Regisseurin mit der Tragikomödie Bis es mich gibt (Elfenholz Film, 150.000 Euro) über einen depressiven und unbekannten Entertainer, der die Bühnen der Welt erobern will, ihren Abschluss an der HFF München machen und legt damit gleichzeitig ihr Debüt vor. Ebenfalls um Depression geht es in Dormant, dem Abschlussfilm an der Macromedia Hochschule für Kommunikation von Autor, Regisseur und Produzent Leonard Kuhn: Eine 19-jährige kämpft gegen ihre Depression, nachdem sich ihr Idol das Leben genommen hat. Dabei gerät sie an einen erfolgreichen Autor, der in ihr eine neue Buchvorlage sieht.

 
 
 
 

Projektentwicklungsförderung

193.000 Euro FFF Förderung insgesamt gehen in die Entwicklung von vier Projekten: an eine Serie, an zwei Kinofilme und an eine Fernsedokumentation.

Die Münchner Produktionsfirma Lieblingsfilm entwickelt mit 80.000 Euro FFF Förderung eine zeitgemäße Verfilmung von Selma Lagerlöfs Kinderbuchklassiker Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen. Regie beim Kinofilm Nils Holgersson wird Marcus H. Rosenmüller nach einem Drehbuch von Dirk Ahner führen. Geplant ist ein englischsprachiger Realfilm mit Animationselementen. Als Koproduzent ist Michael Bully Herbig mit herbX Film beteiligt.

blue eyes Fiction entwickelt mit 80.000 Euro FFF Förderung die internationale High End Fantasy-Serie Woodwalkers nach der gleichnamigen Jugendbuchreihe der Starnberger Schriftstellerin Katja Brandis. In 8x50 Minuten erzählt diese im Fantasy-Genre von einem Jungen, der sich in einen Puma verwandeln kann. Dieses Geheimnis behält er in seiner Pflegefamilie für sich, bis ihn eines Tages ein reicher und zwielichtiger Mentor zu einer Schule für Woodwalker wie ihn bringt. Jetzt weiß er zwar, dass er nicht alleine ist, ist jedoch bald darauf in Kämpfe und Intrigen verwickelt. 

Eine Komödie wird die in Prien am Chiemsee ansässige Produktionsfirma Schmidbauer-Film mit 13.000 Euro FFF Förderung entwickeln: In Wer gräbt den Bestatter ein? buhlen zwei Dörfer um das potenzielle Grab einer 114-Jährigen, die einst ein Stummfilm-Star war. Die Dame denkt aber noch lange nicht ans Sterben. Dafür stirbt plötzlich der Bestatter des einen Dorfes, woraufhin dort kurzerhand Gärtner und Müllfahrer zu neuen Bestattern ernannt werden. Regie führen werden Andreas und Tanja Schmidbauer, die gemeinsam mit Michael Probst das Drehbuch geschrieben haben.

 
 
 
 

Stoffentwicklungsförderung

Mit 170.000 Euro insgesamt fördert der FFF die Entwicklung von sechs Stoffen: für eine Serie, für vier Kino-Spielfilme und für einen Kino-Dokumentarfilm.

Anca Miruna Lazarescu schreibt das Drehbuch zu einem Rachethriller, der in der Welt der deutschen Fleischfabriken und der osteuropäischen Arbeiter spielt. In Die Bestie geht es um einen 25-jährigen Rumänen, der den Mörder seines Vaters sucht – in einer Fleischfabrik in der bayerischen Provinz. Als Produktionsfirma fungiert die Walker+Worm Film, die bereits mit Anca Miruna Lazarescu als Regisseurin die Tragikomödie Glück ist was für Weicheier realisiert hat. Der FFF fördert die Stoffentwicklung mit 30.000 Euro.

Am Drehbuch für ein bayerisches Roadmovie schreibt Niko Ballestrem (Neue Bioskop Film, 30.000 Euro). DieKomödie Die scheenste Zeit erzählt von einer stimmgewaltigen bayerischen Bäuerin, die auf der Suche nach der verschollenen Liebe ihres Lebens ihre alten Bandkollegen einsammelt und eine musikalische Reise durch halb Europa macht.

Vor 50 Jahren begann die politische Laufbahn von Petra Kelly, die zu den Gründungsmitgliedern der Grünen gehörte und 1992 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Die Filmemacherin Doris Metz (Kimmel und Metz Filmproduktion, 20.000 Euro) wird mit FFF Förderung die Drehvorlage zum Dokumentarfilm Not for nothing – Petra Kelly – Politik als Leben entwickeln. Der Stoff wird sich auf das Thema Globalisierung und Petra Kellys Rolle in der Aufbruchsgeschichte der Ökologie der frühen 1980er Jahre konzentrieren: Durch die Augen der jungen globalen Klimaschützer der Gegenwart will der Film Petra Kelly neu entdecken.

 
 
 
 

Verleihförderung


Sechs Kinofilme erhalten FFF Verleihförderung in einer Gesamthöhe von 707.000 Euro. Der Vergabeausschuss hat entschieden, alle sechs Anträge in voller Höhe zu bewilligen, um die Herausbringung der vielversprechenden und unterschiedlichen Filme während der Corona-Pandemie bestmöglich zu unterstützen. 

Gefördert wurde der Verleih des Animationsfilms Drachenreiter (Constantin Film Verleih, 250.000 Euro) nach dem gleichnamigen Bestseller von Cornelia Funke, die letzte Inszenierung von Joseph VilsmaierDer Boandlkramer und die ewige Liebe (Leonine, 205.000 Euro), der Abenteuerfilm Jim Knopf und die Wilde 13 (Warner, 150.000 Euro) nach dem Klassiker von Michael Ende, der Tanzfilm Into the Beat (Wild Bunch Germany, 50.000 Euro), das ungewöhnlich erzählte dokumentarische Roadmovie Ausgrissn! (Majestic Filmverleih, 37.000 Euro) von Julian und Thomas Wittmann sowie der Dokumentarfilm Martin Margiela – Mythos der Mode (Filmwelt Verleihagentur, 15.000 Euro) über den avantgardistischen Modedesigner und Gründer des Maison Martin Margiel