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Gestern endete das 9. internationale NaturVision Filmfestival (15. bis 18. Juli 2010) im Nationalpark Bayerischer Wald/Neuschönau. Den Höhepunkt des Festivals bildete die Preisverleihung am Samstagabend im Hans-Eisenmann-Haus. Der FFF Bayern überreichte den mit 2.000 Euro dotierten „Filmpreis Bayern“ an Jürgen Eichingers Dokumentation Wilde Pyrenäen – Berge des Lichts über die artenreiche und wildwüchsige Gebirgslandschaft im Südwesten Europas. Der undotierte zweite Preis ging an Der Bauer, der das Gras wachsen hört von Bertram Verhaag.
Der „Filmpreis Bayern“ wird jährlich im Rahmen des NaturVision-Festivals an einen Film vergeben, der sich entweder einem originär bayerischen Thema widmet oder von bayerischen Filmemachern bzw. bayerischen Produzenten realisiert wurde. "Mit diesem Preis", so FFF-Geschäftsführer Klaus Schaefer, "wollen wir den Stellenwert anspruchsvoller Naturfilme in der bayerischen Dokumentarfilm-Szene würdigen."
Dieses Jahr überzeugte die Jury, bestehend aus Dr. Michael Apel, Ralf Blasius, Susanne Hillmann, Olaf Sauermann und Anke Sparmann, der Film Wilde Pyrenäen – Berge des Lichts des bayerischen Dokumentarfilmers Jürgen Eichinger. Der Spezialist für Natur- und Bergfilme dreht seine Werke ausschließlich auf 16mm und wurde mehrfach dafür ausgezeichnet, unter anderem mit dem deutschen Kamerapreis. „Dem Produzenten und Regisseur ist es gelungen, die Großartigkeit einer Landschaft und ihrer Tierwelt einzufangen und zu vermitteln. Grandiose Kameraarbeit, perfekter Schnitt, idealer Musikeinsatz ziehen den Zuschauer 45 Minuten in eine fremde Welt“, begründete die Jury ihre Entscheidung.
Den zweiten Preis erhielt Bertram Verhaag für sein Porträt Der Bauer, der das Gras wachsen hört über einen Biobauern aus dem Bayerischen Wald, der gegen alle Skeptiker als einer der Ersten in der Region Mitte der 80er Jahre auf biologische Landwirtschaft umstellte. Mit eisernem Willen, einer tatkräftigen Unterstützung seiner Familie und viel Kreativität und Charme trotzte er den Bio-Kritikern und überzeugt seitdem mit Topqualität und steigenden Umsätzen.
Thematisch spiegelt die Mehrheit der Wettbewerbsfilme alle Aspekte zu Natur, Tier und Umwelt-Klimawandel wider und bietet eine Menge an Diskussionspotenzial in Hinblick auf das fragile Verhältnis von Mensch und Natur. Ziel des Festivals ist es, das Umweltbewusstsein der Menschen zu stärken und auf die Gefahren des Klimawandels und die Bedrohung der Artenvielfalt hinzuweisen.
Festivalleiter Ralph Thoms betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung, sich bewusst für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen und die Natur- und Tierwelt mit all ihren Schattierungen zu respektieren.
Neben der Verleihung des „Filmpreis Bayern“ unterstütze der FFF Bayern zusätzlich mehrere Workshops während des Festivals, die auf großes Interesse und neue Trends im Bereich von Naturfilmdokumentationen schließen lassen: „Eintauchen in die 3. Dimension“ mit dem Kamera- und Filmequipment Hersteller P+S Technik eröffnete den Natur- und Tierfilmern einen Einblick in die Stereo-3D-Thematik im dokumentarischen Bereich, „Hands on – die neue Alexa“ führte die neue Kamera aus dem Hause ARRI vor und „Zeppelin und Triax – Hubschrauber über dem Bayerischen Wald“ präsentierte den Interessierten die zwei neuen Fluggeräten der Firma Media Creativ, die das Filmen aus der Vogelperspektive erheblich erleichtern.
Weitere Informationen zum Festival unter: www.natur-vision.de
Foto: Preisträger Jürgen Eichinger mit Festivalleiter Ralph Thoms und FFF-Förderreferentin Lisa Giehl. Copyright: FFF Bayern/ Julia Wülker.